Position des FanRat Braunschweig e.V. zum Hannover-Schmählied im Anschluss an die 67. Minute

Bereits seit Jahren würdigen die Fans von Eintracht Braunschweig in der 67. Spielminute die Deutsche Meisterschaft unserer Eintracht mit dem Lied „Deutscher Meister, Deutscher Meister…“. Seit einiger Zeit wird im direkten Anschluss von einem Teil der Fans zur gleichen Melodie laut und intensiv ein Schmählied in Richtung von Hannover 96 angestimmt, welches von Teilen der restlichen Zuschauer als unpassend empfunden wird. Beim Heimspiel gegen Nürnberg hat dieser Gesang nun zu einer Durchsage des Stadionsprechers geführt, mit der Aufforderung, dies zu unterlassen.

Dazu nehmen wir als FanRat wie folgt Stellung:

Wir, der Vorstand des FanRat Braunschweig e.V., empfinden das Schmählied im direkten Zusammenhang mit der 67. Spielminute als unpassend, da hier die positiven Gedanken der Deutschen Meisterschaft unserer Eintracht durch den direkt folgenden Schmähgesang herabgewürdigt wird. Entgegen der Meinung vieler Besucher ist jedoch festzuhalten, dass der Schmähgesang nicht durch die Ultragruppierungen in Block 9 angestimmt wird. Es sind viele Zuschauer aus allen Blöcken der Südkurve und teilweise auch der Gegengerade, die gerade dieses Lied gerne und laut singen. Die Ansage des Stadionsprechers hat zudem in unseren Augen zu einem längeren und lauteren Gesang geführt. Dies sollte überdacht werden.

Generell können und wollen wir natürlich niemandem vorschreiben, was er wann und wie im Stadion zum Besten gibt und wie er seine Emotionen auch gegen den Gegner oder Rivalen auslebt. Seit es den Fußball gibt, gehört die Schmähung des Gegners durch Gesang oder visuelle Elemente zum Fußball dazu. Ob einem die gewählte Art gefällt oder nicht, kann jeder für sich selbst entscheiden.

Wir vertrauen jedoch an dieser Stelle auf die bewährten Selbstreinigungskräfte der Eintracht-Fans und appellieren daher an alle Fans unserer Eintracht, diesen Moment gemeinsam in positiver Stimmung zu erleben und der 67. Minute die Würde der Meisterschaft von 1967 zurückzugeben.

Der Vorstand des FanRat Braunschweig e.V.

Erklärung zur Pressemitteilung von UB01 vom 3. August 2016

In einer Pressemitteilung vom 3. August 2016 der Gruppe „Ultras Braunschweig 2001“ wird dem FanRat Braunschweig e.V. vorgeworfen, sich in der Vergangenheit dem Gespräch mit „UB01“ verweigert zu haben. Hierzu stellt der FanRat fest, dass dies sachlich richtig ist. Grund für diese Haltung waren jedoch demokratische Mitgliederbeschlüsse des FanRat Braunschweig e.V. bzw. seinem Vorgänger, dem FanParlament, nach denen eine Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen mit der Gruppe „UB01“ abgelehnt wurden. Die Ablehnung fußte aus einem breiten Konsens in der Fanszene, die Gründe sind bekannt und können bei Interesse hier nachgelesen werden.

 

Offener Brief des FanRat Braunschweig e.V.

Karneval-Satire endet in Polizei-Kessel

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident Pientka,
liebe Eintracht-Fans!

Am gestrigen Sonntag war Schoduvel! Karneval, ein Festtag und ein Tag, an dem Menschen aus der gesamten Region einen stimmungsvollen Feiertag erleben sollten und erlebt haben.

Auch wir als FanRat Braunschweig e.V. wollten uns in diesem Jahr am Schoduvel beteiligen. Unter den Eindrücken der Absage des Vorjahres entstand die Idee, einen eigenen Wagen zu stellen – Stichwort „Jetzt erst Recht“. Und durch die Terminierung des von Teilen der Eintrachtfans boykottierten RB Leipzig-Spiels war das Motto schnell gefunden: Kommerzkritisch sollte der Wagen sein, die roten Bullen von Leipzig auf die Hörner nehmen. Schließlich ist es bekanntlich die Firma Red Bull, die vielen Eintracht-Fans durch ihr Gebaren im internationalen Fußball ein Dorn im Auge ist.

Im Vorfeld des Schoduvels wurden viele Telefonate geführt. Szenekundige Beamte erkundigten sich bei unseren Anmeldern, was rund um den Karneval so geplant sei. Wir haben die maximalmögliche Transparenz geboten, auf Pyrotechnik wurde verzichtet und auch sonst alles getan, um einen fröhlichen, familienfreundlichen und gelungenen Schoduvel zu veranstalten. Wir haben der Karnevalsgesellschaft der Rheinländer, in dessen Block unser Wagen fuhr, eine zweiseitige Beschreibung des Wagens gegeben. Kurzum: Als FanRat Braunschweig e.V. waren wir uns der Sensibilität des diesjährigen Schoduvels bewusst und sicher, als Institution darauf gut vorbereitet zu sein.

Auf unserem Wagen waren Fans aus allen Bereichen des Stadions vertreten. Jugendliche, Frauen und Männer im Alter von 15 bis 66 Jahren, die sich u.a. auf unsere interne Rundmail gemeldet haben. Was alle einte, war der bis dahin rundum gelungene Verlauf des Schoduvels: Nicht zuletzt, weil neben Bonbons auch Traditions-T-Shirts geworfen und diverse Fangesänge gesungen wurden. Unser Wagen gehörte insgesamt betrachtet zu den stimmungsvollsten Teilen des Umzugs. Das merkte man auch an den vielen positiven Reaktionen der Zuschauer. Das zeigt uns, dass es richtig war, den Wagen anzumelden. Eintracht gehört zum Schoduvel und das spiegelte auch die Stimmung wieder.

Und dann das.

Mit Erreichen der Stadthalle war es mit der guten Stimmung vorbei. Eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit, die nach unseren Informationen aus dem Umkreis von Hannover kommt, stoppte unseren Wagen und kesselte die Teilnehmer ein. Eine Fortsetzung und Beendigung unserer Fahrt bis zum Ende des Schoduvels wurde uns verwehrt. Der Vorwurf: Es bestünde gegen die Teilnehmer auf dem Wagens der Verdacht der Beleidigung, da es am Hagenmarkt den Ruf „Bullenschweine“ gegeben haben soll. Vor den Augen aller anderen Karnevalisten wurden unsere Teilnehmer öffentlich bloßgestellt, mussten sich personalisieren lassen und durften sich nur unter der Bewachung von Beamten bewegen. Eine Situation, in der sich bis dato unbescholtene Bürger wie Verbrecher fühlen mussten und deren Nachwirkungen auch am heutigen Tag bei den Betroffenen schmerzlich zu spüren sind.

Es ist nicht auszuschließen, dass es einen „Bullenschweine“-Ruf oder Gesang auch von unserem Wagen gegeben hat. Aber Obacht: Wir sind ein Wagen gegen das Geschäftsgebaren von Red Bull gewesen! Das wurde anhand der Optik des Wagens überdeutlich, war jedem Besucher bekannt und zeitweise wurde das Spiel aus Leipzig sogar mittels Radio über die Wagen-Lautsprecher übertragen. Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch mal gegen die roten „Bullen“ aus Leipzig gesungen, aber niemand – und wirklich niemand – hat in dem Moment an die Polizei gedacht. Dass daraus jetzt Anzeigen gegen alle Teilnehmer konstruiert werden, ist eine Farce!

Bundesweit lebt der Karneval von Satire. Karneval testet Grenzen aus, Karneval soll kritisch sein. Wir haben uns mit unserem Konzept, dem Wagen und unserer Gesamtdarstellung kritisch mit der Firma Red Bull auseinandergesetzt. Die Polizei war nie ein Thema – ganz im Gegenteil: Wir haben im Vorfeld offen mit der Polizei zusammengearbeitet und unser Konzept erläutert. Dass der Tag für alle Teilnehmer am Ende in einem Polizeikessel enden musste, ist für einen eingetragenen und gemeinnützigen Verein wie den FanRat Braunschweig e.V. nicht hinnehmbar. Diese Maßnahme stößt alle Karnevalisten vor den Kopf, sie hinterlässt ratlose Gesichter.

Wir als FanRat Braunschweig e.V. fordern die sofortige Einstellung der Ermittlungen gegen die betroffenen Fans und erwarten eine öffentliche Entschuldigung der Polizei.

Der FanRat Braunschweig e.V. am 8. Februar 2016

Stellungnahme zur aktuellen Diskussion um Sachbeschädigung und Pyrotechnik

Der FanRat Braunschweig e.V. hat sich durch die Zusammenarbeit mit dem Präsidium von Eintracht Braunschweig, der Eintracht Braunschweig GmbH & Co KG aA, dem Fanprojekt, der aktiven Szene um Cattiva und der Blau-Gelben Hilfe im Rahmen des Fandialogs dazu entschlossen, eine Stellungnahme zu den Vorfällen auf der Rückfahrt aus Bielefeld und der grundsätzlichen Haltung zum Werfen von Böllern und Pyrotechnik zu veröffentlichen.

Der Vorstand des FanRat Braunschweig e.V. lehnt die auf der Rückreise vom Auswärtsspiel in Bielefeld vorgefallenen Sachbeschädigungen in den Zügen der Deutschen Bahn entschieden ab. Wir sind der Meinung, dass dies nicht zu den Eigenschaften zählen sollte, die die auswärts in großer Zahl auftretenden und treuen Fans von Eintracht Braunschweig bundesweit auszeichnet. Freude über einen Sieg darf nicht in Sachbeschädigungen enden und dazu führen, dass Beförderungsverbote erlassen und durchgesetzt werden. Auch die Bereitstellung von Sonderzügen, in denen nachweislich bisher niemals größere Sachbeschädigungen vorgekommen sind, ist dadurch gefährdet.

Weiterhin lehnt der Vorstand des FanRat Braunschweig e.V. – und auch die aktive Szene selbst – das Werfen von Böllern und brennenden Bengalos strikt ab. Wir fordern dazu auf, Würfe von Böllern und/oder brennenden Bengalos künftig zu unterlassen. Das schadet uns als Fangemeinschaft erheblich und ist nicht Teil unserer gelebten blau-gelben Fankultur.

Zum Abbrennen von Pyrotechnik innerhalb des Blocks gibt der Vorstand des FanRat Braunschweig e.V. ausdrücklich keine Position ab, da es sowohl im Vorstand als auch unter den Mitgliedern keine einheitliche Haltung zu diesem Thema gibt.

Leider führen Vorfälle dieser Art durch die teilweise sehr undifferenzierte und populistische Berichterstattung der Braunschweiger Medien zu einem in der Öffentlichkeit falsch wahrgenommenen und den treuen Eintracht-Fans nicht gerecht werdenden Bild der Eintracht-Familie, auf die wir so stolz sind.

Der Vorstand des FanRat Braunschweig e.V.

Für den Erhalt unserer Eintracht!

Während des heutigen Spieltages befassen wir uns mit einem Thema, welches wir schon seit längerer Zeit kritisch betrachten und nun für die aktive Fanszene ein Punkt erreicht ist, an dem wir aus der defensiven Haltung heraustreten möchten. Diese Punkte gehen uns alle etwas an und demnach ist es für uns von elementarer Bedeutung, dass ihr euch mit der Thematik vertraut macht und die weitere Entwicklung von Eintracht kritisch verfolgt. Meldet euch unmittelbar beim neuen FanRat Braunschweig e.V. an, um als starker Interessenverband in dieser Hinsicht agieren zu können.

Unter dem Deckmantel der Professionalisierung wendet sich Eintracht immer mehr zu einem Verein, der seinen Charakter zu verlieren droht, um ein aufgesetztes Saubermann-Image zu erhalten. Insbesondere einem Verein wie Eintracht, der in der letzten Saison in der Bundesliga für viele Außenstehende für sein authentisches Image gelobt wurde, droht eine Verwässerung hin zu einem sterilen Verein, wie es viele andere schon sind – und wir es nicht sein wollen! Uns ist bewusst, dass eine Professionalisierung die logische Konsequenz aus den sportlich erfolgreichen Jahren darstellt, allerdings muss dies keinen Identitätsverlust zur Folge haben, was wir jedoch aktuell leider befürchten müssen. Eintracht entfernt sich in (zu) vielen Punkten immer mehr von seiner Basis und von den Fans, die dem Verein nicht erst seit drei, vier Jahren die Treue halten. Uns überkommt ein Gefühl der Ignoranz gegenüber wirklichen Faninteressen, fernab der Autogrammstunden und der Wahl des “Fan des Tages”.

Einige Punkte seien beispielhaft an dieser Stelle genannt:

Rolltore:

Die Rolltore vor den jeweiligen Blöcken wurden ohne Absprache mit dem FanRat oder dergleichen angebracht. Uns ergibt sich immer noch kein Sinn hinter dieser Maßnahme, denn es verhindert die Nutzung des Eintracht-Stadions als Begegnungsstätte außerhalb der Spieltage. Viele Fans drehten früher bei Besuchen an der Geschäftsstelle noch eine Runde ums Stadion, nutzten die Offenheit der Blöcke, um Zeit in diesen zu genießen und einfach das Ambiente auf sich wirken zu lassen. Zwar mögen solche Themen für Außenstehende irrelevant klingen, für uns sind sie jedoch ein Stück des Mosaiks, das Eintracht ausmacht. Uns ist bewusst, dass die Offenheit des Stadions im Vergleich zu anderen Stadien in Deutschland eine Besonderheit darstellt und wir eine Situation genossen haben, die viele andere Vereine nicht haben. Gerade aus diesem Grund ist es für uns unverständlich, ein Stück der eigenen “Besonderheit” unnötigerweise abzugeben. Zwar gibt es eine Kompromisslösung, die beinhaltet, dass die Rolltore während der Anwesenheit der Stadionwarte (Mo-Fr. ca. 09:00-17:00 Uhr) geöffnet sein sollen. Die traurige Realität sieht allerdings anders aus, sodass die Rolltore lediglich dann geöffnet werden, wenn sich telefonisch beschwert wird. Wenn das Stadion am Wochenende als Nutzungsort für Choreoarbeiten genutzt werden soll, ist eine Anmeldefrist von mindestens einer Woche im Voraus einzuhalten – blöd wenn wir mal spontan noch eine Aktion im Stadion reißen möchte…

Trainingsplatz:

Seit Jahren war es Gang und Gebe, dass es Eintracht-Fans ermöglicht wurde, das Training der Mannschaft zu besuchen. Eintracht-Fans wurde die Möglichkeit gegeben, ihre Lieblingsspieler hautnah zu erleben, im Anschluss noch ein Wort zu wechseln oder ein Autogramm zu ergattern. Durch die neuen Zäune am Trainingsplatz erhält der Trainingsbesucher den Eindruck, als sei er unerwünscht. Auch hier entfernt sich Eintracht von seiner Basis, seiner Nähe und wirkt immer mehr wie ein Verein, der auf eine familiäre Bindung zu seinen Fans verzichten möchte. Uns ist bewusst, dass diese Abschottung aus sportlicher Sicht einen Sinn haben kann, jedoch macht auch hier der Ton die Musik und die Art und Weise der Kommunikation ist für uns Eintracht-Fans enttäuschend. Gerade in Anbetracht der letzten Saison, der bewegenden Momente – insbesondere nach dem Abstieg in Hoffenheim – steht diese Entwicklung im Widerspruch zur propagierten “Wir sind Eintracht”-Mentalität. Wir sind der zwölfte Mann? Nur am Spieltag, mag man meinen…

B-Platz

Besuche der Spiele von Eintrachts Zweitvertretung machen aus Zuschauersicht keinen Spaß mehr. Bei allem Respekt der Leistung der Mannschaft in der vierten Liga gegenüber, vergeht jedem Zuschauer die Lust am Spielgeschehen teilzuhaben. Die Sicht ist schlimmer als im Gästeblock der Stuttgarter Kickers. Auch hier sind wir uns bewusst, dass sich Eintracht auch an die Sicherheitsstandards des Verbandes halten muss, allerdings bezweifeln wir, ob der Zaun dermaßen unvorteilhaft hätte gebaut werden müssen. Außerdem zeigen andere Regionalliga-Vereine, dass derartige Käfigbauten nicht immer nötig zu sein scheinen (siehe Freie Turner, Weiche Flensburg, Eichede). In einer älteren Ausgabe des Roten Löwen wurde die Situation mit der Aussage umschrieben: „Immerhin sind wir der einzige Verein, bei dem Gästefans eine bessere Sicht auf das Spielgeschehen haben, als die Heimfans.“ Risikospiele werden ohnehin ins Eintracht-Stadion verlegt, demnach ergibt sich hier der Sinn dieser überzogenen Sicherheitsmaßnahme in keiner Weise. Die legendären Geschichten des B-Platzes werden unter diesen Voraussetzungen auch der Vergangenheit angehören. Genauso wie viele Zuschauer, die aus eben diesen Gründen auf den Besuch des B-Platzes verzichten.

Trainingslager:

Seit Jahren folgen einige Eintracht Fans der Mannschaft ins Trainingslager. Mittlerweile wird die Bekanntgabe des Ortes immer länger hinausgezögert. Dies erweckt den Eindruck, als würde Eintracht vehement verhindern wollen, dass die eigenen Anhänger ins Trainingslager reisen. Auch hier finden wir die Kommunikation sehr traurig, als fannaher Verein wäre es schlichtweg ein einfaches Unterfangen, mit offenen Karten zu spielen. Selbst wenn der Ort noch nicht feststeht, so kann auch diese Information dabei helfen, Fans vor falschen Buchungen zu bewahren – so wie in diesem Jahr geschehen.

Ordnungsdienst:

Beim Heimspiel gegen RB Leipzig waren wir schon ein wenig überrascht, dass im Block 9 die „bekannten“ Gesichter des Ordnungsdienstes nicht mehr zu sehen waren. Stattdessen standen dort Jungs aus dem Raum Celle rum, die keinem Eintracht-Fan bekannt waren. Es ist kein Geheimnis, dass gerade das Celler Umland eher von Hannoveranern unterwandert ist und dass gerade im Security/Ordnerdienst diverse fußballaffine Personen zu finden sind, wo Überschneidungen zur Fußballszene nicht ausgeschlossen werden können. Entsprechend groß war die Skepsis und sorgte somit für unnötige Spannungen. Warum es Eintracht nicht für nötig hielt, den bekannten Ansprechpartnern eine kurze Info zukommen zu lassen, bleibt uns auch nach Rücksprache ein Rätsel. Der Ordnungsdienst schiebt die Schuld auf Eintracht – Eintracht schiebt die Schuld auf die Verantwortlichen des Ordnungsdienstes. Beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli durften dann erneut unbekannte Ordner auf sich aufmerksam machen, indem sie sich nach der Niederlage noch vor Block 9 positionierten und die angesäuerten Fans gestikulierend provozierten. Allgemein entsteht der Eindruck, dass viele Ordner der Erwartung der eigentlichen Aufgaben nicht gewachsen sind und nicht verstehen, was sie durch ihr Verhalten auslösen. Eine Schulung des Ordnerpersonals mit deutlichen Hinweisen, durch welches Verhalten provoziert wird, würde sicherlich nicht schaden.

Stadionsprecher Herr Lindstedt:

Dass unser Stadionsprecher durch markige und teilweise populistische Sprüche auffällt, ist bekannt. Dass diese Schiene nicht bei jedem Fan gut ankommt, ebenfalls. Jeglichen Respekt verlor er jedoch beim Heimspiel gegen den SV Darmstadt, wo zu Ehren von Mark (einem an Krebs verstorbenen, jungen Eintracht-Fan) ein symbolisches Bengalo als Gendenkkerze in Block 9 während einer Schweigeminute erleuchtete. Dass Lindstedt die Frechheit besitzt, auch in diesem für manche Fans hochemotionalen Moment seine Präventivdurchsage zu machen, zeigt wie wenig Fingerspitzengefühl dieser Mann besitzt. Wir sind uns bewusst, dass der Verein durch die DFB-Regularien gezwungen wird, eine Stadiondurchsage zu machen, aber auch hier entscheidet die Verhältnismäßigkeit über Sympathie oder Antipathie –Herr Lindstedt jedenfalls hat es nicht kapiert. Übrigens hat selbst der DFB scheinbar erkannt, dass die Fackel für Mark symbolträchtig war – Eintracht erhielt hierfür keine Verbandsstrafe.

Werbebanner (Autostadt):

In der Saison 2012/2013 wurde ein Werbebanner der Autostadt auf Höhe des Marathontores neben bzw. unter Block 9 angebracht. Dies rief die aktive Fanszene auf den Plan, die ein „Autostadt Wolfsburg“ Banner neben dem Stimmungskern der Südkurve in vereinsfremden Farben nicht tolerieren wollte und entsprechend reagierte. Daraufhin kam es zu einem Gespräch zwischen Vertretern von Cattiva Brunsviga und der Sponsoring Abteilung, in dem Eintracht erläuterte, dass sie für das Werbebanner eine ordentliche Summe Geld erhalten. Uns geht es auch nicht darum, Eintracht die Wettbewerbsfähigkeit streitig zu machen, uns ist bewusst, dass Sponsorengelder enorm wichtig für die Entwicklung des Vereins sind. Doch auch im Bereich Sponsoring darf durchaus ein Stück weit Wert auf Identifikation gelegt werden. Ein Werbebanner darf gern in blau/gelb gestaltet sein und hat vielleicht auch noch das Traditionswappen, was wiederum die Identifikation des Unternehmens mit dem Verein symbolisieren würde – Wolters macht es mit der blau-gelben Werbebanden geschickt vor. Vereinbart wurde, dass Eintracht sich dies zu Herzen nimmt und vor dem nächsten Austausch der Werbebanner (ca. ein Jahr) mit der Autostadt spricht und uns dann über die Gespräche informiert. Bis heute warten wir auf eine Rückmeldung und dürfen wohl einmal mehr annehmen, dass man es nicht für nötig/wichtig hielt, diesem Thema weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Auch sollte generell darüber nachgedacht werden, dass sämtliches bunte Werbebanner im Stadion in einheitlichem blau/gelb erstrahlen – bestes Beispiel aus der Bundesliga ist der FC Schalke, wo alle Werbebanner im Stadion in den Vereinsfarben gehalten werden.

Sicherheitskonzept:

Im letzten Herbst bewarb sich Eintracht freiwillig an einem Pilotprojekt, das die Stadionsicherheit optimieren soll. Viel wird dabei über die “Optimierung und Vernetzung” aller daran beteiligten Parteien gesprochen, jedoch umfasst es kurz und knapp den Wunsch nach mehr Sicherheit im Eintracht-Stadion. Dies erweckt den Eindruck, als wäre der Gang ins Eintracht Stadion nicht sicher, doch womit wird dieser Aufwand gerechtfertigt? Ein Auszug zeigt: …
“Es beinhaltet alle Anforderungen an die Sicherheitspolitik von Vereinen und Kapitalgesellschaften, die notwendige personelle Ausstattung des Sicherheitsmanagments, die erforderlichen baulichen, technischen und infrastrukturellen Ausstattungen und die notwendigen Prozesse sowie Strukturen, gerade auch in der Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen Sicherheitsinstitutionen.”… was uns künftig erwartet: Mehr Kameras, mehr Personal, höhere Intensität. Die Interessen von anderen Institutionen, Verbänden oder Politikern werden immer mehr über die Interessen der Fans gestellt. Es geht dabei nicht zwangsläufig um Pyrotechnik oder dergleichen, sondern vielmehr um das Gefühl, das durch solche Maßnahmen vermittelt wird. Eintracht möchte scheinbar ein braves steriles angepasstes Publikum, das massig konsumiert und somit für Umsatz in den Kassen sorgt. Doch was unterscheidet Eintracht dann noch vom VfL Wolfsburg – mal abgesehen vom Budget? Wir müssen aufpassen, dass unser Verein nicht weiter verwässert und sich als spiegelglatter Aal den realitätsfremden Interessen von Externen hingibt und irgendwann englische Verhältnisse im Eintracht-Stadion vorzufinden sind. Fußball lebt durch Emotionen, die wiederum ihre Freiheiten brauchen. Diese haben nun einmal auch Auswüchse, die in purer Ekstase und Freude aber auch in Enttäuschung oder Wut münden können. Das aber wiederum ist authentisch und spiegelt die Emotionalität des Fußballs wider.

Im Zuge der Diskussion um das neue Sicherheitspapier (12:12) verstanden es Personen wie Soeren Oliver Voigt (Geschäftsführer Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA) und Bastian Böhm (Sicherheitsbeauftragter Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA) immer wieder, die Emotionen ruhig zu halten und zu betonen, dass man an einem solchen Zustand nicht interessiert sei. Dennoch unterschrieb Eintracht widerstandslos das Sicherheitspapier und ebnete damit den Weg für noch weitere freiheitseinschränkende Maßnahmen. Unsere Kritik wurde einmal mehr runtergespielt und durch faule Zugeständnisse beruhigt. Immerhin gibt es noch „Privilegien“ bei uns, die andere Fanszenen gerne hätten. Doch was ist bei uns bitte noch anders als an anderen Bundesligastandorten? All dies ändert auch nichts an dem Umstand, dass wir wachsam bleiben und das Verhalten des Vereins kritisch beäugen müssen, um der totalen Moderne von Eintracht nicht zum Opfer zu fallen.

Verhalten gegenüber den Verbänden:

Seit Jahren kritisieren wir das Verhalten von Eintracht gegenüber den Verbänden. Es wird regelrecht gekuscht, wenn der DFB mit den Fingern schnipst. Ganz gleich ob es um das Sicherheitspapier oder viele der mehr als unverhältnismäßigen Strafen ging, die Eintracht für „Fanfehlverhalten“ erhielt. Den Mut, dieses willkürliche Bestrafungssystem zu kritisieren und dagegen vorzugehen, hat Eintracht scheinbar nicht und schluckt stattdessen jede noch so hohe Strafe kommentarlos. Andere Vereine bewiesen hier mehr Rückgrat. Außerdem: Was hätte Eintracht eigentlich zu verlieren, wenn sie mal Contra geben würden? Durch das 9-Punkte Konzept, das der DFB seinen Mitgliedern vorgelegt hat, verpflichtet Eintracht sich, Verbandsstrafen täterorientiert weiterzugeben, da der Verband lediglich seine Mitglieder (die Vereine) bestrafen kann und nicht die Fans. Ein kleines Beispiel soll verdeutlichen, was dies für einen Eintracht-Fan bedeuten kann: Durch verschiedene Vorfälle innerhalb einer Saison wird Eintracht immer wieder für Fanvergehen bestraft. Für Pyrotechnik gibt es 5.000 Euro, später flog ein Feuerzeug, das 10.000 Euro kostet, ein paar Spiele später flogen Klopapierrollen auf‘s Spielfeld und es gab beleidigende Spruchbänder, die den Verein 20.000 Euro kosten. Nun wirft ein Eintracht-Fan beim Auswärtsspiel vom Sitzplatz einen Bierbecher in Richtung des Linienrichters und Eintracht wird dafür mit 50.000 Euro bestraft. Da der Verein den Fan identifizieren kann, wird die Strafe auf diesen umgelegt, der nun vor einem finanziellen Ruin steht. Doch was kann der Fan dafür, dass im Vorfeld bereits Pyro gezündet, Feuerzeuge und Klopapierrollen aufs Spielfeld geworfen und beleidigende Spruchbänder gezeigt wurden? Womit rechtfertigt der DFB die immer wieder willkürlich ausgesprochenen Verbandsstrafen? Vor keinem Gericht der Welt müsste ein Eintracht-Fan für einen Bierbecher 50.000 Euro zahlen. In Deutschland soll das künftig gängig sein und Eintracht spielt dieses Spiel mit. Um rechtlich immer auf Ballhöhe zu sein, wurde die Blau-Gelbe-Hilfe gegründet, die Eintracht-Fans in Rechtsfragen unterstützt. Wichtige Informationen und einen Mitgliedsantrag findet ihr unter:  http://blau-gelbe-hilfe.de

Schusswaffen im Eintracht-Stadion:

Im Zuge der zaghaften „Ausschreitungen“ im Zusammenhang mit dem Heimspiel der zweiten Mannschaft gegen Hannover im letzten September, diente ein Böllerwurf als Legitimation für eine Androhung der Schusswaffe eines Polizeibeamten gegenüber Fußballfans – ein bundesweit bis dato fast einmaliger Vorgang. Wenn ein Böllerwurf schon dazu führt, dass ein einzelner Zivilpolizist (nicht als solcher gekennzeichnet!) mit gezogener Schusswaffe auf Kopfhöhe zielt, ist das ein untragbarer Zustand. Eine Aufarbeitung der Vorfälle seitens der Verantwortlichen von Eintracht blieb aus. Im Gegenteil: Auch hier teilte Eintracht ungefragt die Hysterie um vermeintliche Ausschreitungen und kündigte harte Strafen an. Und wer auf eine transparente Aufarbeitung innerhalb der Polizeistrukturen spekuliert, sollte sich nicht allzu viele Hoffnungen machen. Immerhin hat sich die Blau-Gelbe Hilfe diesem Thema angenommen und wird den Vorfall wenn nötig medial immer wieder hochkochen, sollte versucht werden, das Thema zu verschleiern.

Stadionverbote beim Testspiel gegen Basel:

Die Problematik der Stadionverbote beim Testspiel gegen den FC Basel hat bereits einige Wellen geschlagen. Gerade bei diesem Spiel bestanden nicht im Ansatz Sicherheitsbedenken, da Teile der Braunschweiger Fanszene freundschaftliche Kontakte zu den Fans des FC Basel pflegen. Infolgedessen wurde von Cattiva Brunsviga beim Verein angefragt, ob die Gültigkeit von Stadionverboten bei diesem Spiel ausgesetzt werden könnten. FanProjekt und Fanbeauftragte unterstützten diese Anfrage. Durch die fehlende Rivalität ist der „präventive Charakter“ von Stadionverboten hinfällig, sodass die Stadionverbote bedenkenlos hätten ausgesetzt werden können . Infolgedessen kam von Eintracht das Angebot, eine Personenliste der Stadionverbotler zu erstellen, die Eintracht zusammen mit der Polizei prüfen lassen wolle, um dann zu entscheiden, wem eine Genehmigung erteilt wird und wem eben nicht. Anstatt einfach mal ein Auge zuzudrücken und einem Wunsch der aktiven Fanszene entgegenzukommen, bewies Eintracht abermals, dass ihnen momentan die Nähe und das Verständnis zur Fanbasis fehlen, da nicht im entferntesten eine Namensliste an die Polizei ausgehändigt wird. Die aktive Fanszene zeigte Geschlossenheit und boykottierte die erste Halbzeit als Zeichen. Alle oder keiner lautete die Devise

Schweigeminute Klaus Meyer:

Eine denkbar unwürdige Verabschiedung wurde dem ehemaligen Eintracht-Spieler Klaus Meyer aus der Meistermannschaft entgegen gebracht. Beim Heimspiel gegen den FC Bayern München gab es eine „Gedenkminute“ , die etwa 15 Minuten vor Spielbeginn verkündet wurde. Im Zuge der Vorbereitung auf das Spiel ging diese so gut wie unter. Es ist schade, dass einem Braunschweiger Meisterspieler kein größeres Andenken gezollt wird, als ein paar nette Worte zu einem unbedachten Zeitpunkt. Immerhin siegte die Mannschaft kurz nach Meyers Ableben im Derby mit 3:0.

Abriss der Kassenhäuschen:

Im Zuge der Modernisierung des Eintracht-Stadions haben leider auch die Kassenhäuschen ausgesorgt. Sehr schade wie wir finden, denn sie waren wohl die letzten Zeugen der gesamten Geschichte des Eintracht-Stadions. Diese Ära endete nun im Jahr 2014. Es wäre in diesem Zusammenhang wünschenswert gewesen, wenn hier die über 90-jährige Geschichte des Eintracht-Stadions berücksichtig worden wäre und die Kassenhäuschen als Teil der Identität von Eintracht erhalten blieben wären. Schließlich schreibt man sich „Tradition“ fleißig auf die Fahne. Doch auch hier scheinen romantische Vereinsslogans lediglich gut in die derzeitige Marketingstrategie passen, anstatt sich ernsthaft mit der Bewahrung seiner eigenen Geschichte befassen

FanHaus:

Das FanHaus wurde unter den Augen der lokalen Polit-Prominenz eröffnet und als nach jahrelanger Herstellungszeit nun endlich die Arbeit begann und einige Veranstaltungen organisiert wurden, untersagt Eintracht bis auf weiteres die Nutzung, da die Bauabnahme noch nicht mal erfolgt ist, weil obendrein in der Planung die Notausgänge vergessen wurden. Wir wollen hier keine Absicht unterstellen, gleichzeitig zeigt diese Schluderei aber auch, dass die Fans offenbar nicht das wichtigste Thema auf der Agenda sind. Wenn es darum geht, Zäune auf den B-Platz zu bauen, geht alles rasend schnell – hier fragen wir uns aber ernsthaft, welchen unterirdischen Stellenwert Fanangelegenheiten offenbar haben? Generell wird das FanHaus wohl noch einigen Diskussionsstoff mit sich bringen. So sind Themen wie der Verzehr von alkoholischen Getränken, der Aufenthalt von Stadionverbotlern und nutzungsrechtliche Angelegenheiten weiterhin ungeklärt. Wie weit man hier mit einem fanfreundlichen Ergebnis rechnen darf, bleibt abzuwarten.

Ausblick

Dieser Text ist von keiner „Institution“ der Fanszene an sich geschrieben worden. Weder der FanRat Braunschweig, Cattiva Brunsviga oder andere Fanclubs sind für den Inhalt allein verantwortlich. Vielmehr ist der Text eine Zusammenfassung dessen, was verschiedenste Teile der Braunschweiger Fankultur zuletzt negativ erlebt haben und was einer Klärung bedarf – die angesprochenen Punkte zeigen ja auch von selbst auf, dass sie unterschiedlichste Bereiche der Fanlandschaft berühren. Dieser vielschichtige Umstand demonstriert jedoch, wie dringend und vor allem akut die Probleme sind. Es geht hier nicht nur um die kleinen und größeren Quälereien der Ultraszene, wie es oft immer heißt – es geht um Dinge, die wirklich jeden von uns betreffen können. Daher fordern wir den Verein auf, diese Anliegen ernst zu nehmen und mit den Fans den Dialog aufzunehmen! Diese Gespräche auf Augenhöhe haben in der Vergangenheit, auch das muss anerkannt werden, oft besser funktioniert, als es in den genannten Punkten der Fall war. Wir sind daher optimistisch, dass wir auch diese Punkte im gemeinsamen Interesse verbessern können. Der FanRat Braunschweig e.V., als Vertretung der Eintracht-Fans, wird sich diesen Themen daher nun inhaltlich gemeinsam mit verschiedenen weiteren Fanvertretern annehmen und sie während einer großen Fanversammlung mit den Verantwortlichen vom Verein diskutieren. Nähere Informationen erfahrt ihr u.a. auf  http://www.fanpresse.de, wenn der Termin und die Eckdaten stehen. Über die dortigen Kontaktdaten stehen wir für eure Erfahrungswerte und Hinweise natürlich jederzeit zur Verfügung. Das heutige Spiel, die Spruchbänder und dieses Papier stellen den Auftakt zu einer hoffentlich erfolgreichen Verbesserung der Gesamtsituation dar. Wir Fans sind nicht ewiggestrig oder engstirnig, wir wollen lediglich Dinge erhalten, die für viele deshalb gar nicht bemerkt werden, weil sie bisher als selbstverständlich galten. Ein Umstand, der so bleiben muss – und genau deshalb tun wir das: Für den Erhalt unserer Eintracht!

Für den Erhalt unserer Eintracht

Für den Erhalt unserer Eintracht

Richtigstellung: »Daltons Braunschweig« waren nicht an BRAGIDA-Marsch beteiligt

Gerne möchten wir eine Richtigstellung der recherche38 veröffentlichen und freuen uns, dass die Angelegenheit somit geklärt werden konnte.

Im Artikel “BRAGIDA: Übernehmen jetzt rechte Hooligans das Ruder?” haben wir fälschlicherweise geschrieben, dass auch Mitglieder der Fangruppe »Daltons Braunschweig« am BRAGIDA-Marsch teilgenommen hätten. Dies entspricht nicht den Tatsachen, wie die Gruppe jetzt in einer Stellungnahme richtig gestellt hat. Vielmehr haben Mitglieder der Gruppe sich an den Gegenprotesten beteiligt. Tatsächlich war lediglich ein ehemaliges Mitglied der Gruppe am BRAGIDA-Marsch beteiligt, dass wegen seiner rechten Gesinnung allerdings bereits vor einiger Zeit aus der Gruppe ausgeschlossen worden war. Wir bedauern diese bedauerliche Falschdarstellung und entschuldigen uns dafür ausdrücklich bei den »Daltons Braunschweig«!

http://recherche38.info/2015/03/20/richtigstellung-daltons-braunschweig-waren-nicht-an-bragida-marsch-beteiligt/

redaktion recherche38

Stellungnahme der Daltons Braunschweig

Heute erreichte uns eine Stellungnahme der Daltons Braunschweig, mit der Bitte um Veröffentlichung. Dem kommen wir an dieser Stelle natürlich gerne nach:

Stellungnahme zum Recherche38-Artikel: „BRAGIDA: Übernehmen jetzt rechte Hooligans das Ruder?“ vom 29.01.2015

Mit großer Verwunderung mussten wir feststellen, dass in dem o.g. Artikel behauptet wird, dass wir an den ersten Montagsdemos der BRAGIDA teilgenommen hätten.
Dabei handelt es sich schlicht und ergreifend um eine Fehlinformation.
Es bleibt für uns ein Rätsel, welcher vermeintliche Augenzeuge auch immer Mitglieder unserer Gruppe auf Seiten der BRAGIDA gesehen haben will.
Richtig ist, dass sich Einzelpersonen aus unserer Gruppe auf dem Bohlweg aufhielten und dort an der Gegendemonstration vom „Bündnis gegen Rechts“ teilnahmen.
Wir wissen nicht, wie die Verfasser des Artikels auf die Idee kommen uns im Zusammenhang mit der BRAGIDA zu nennen oder welche Demonstranten uns zugeordnet wurden. Allerdings finden wir es äußerst fragwürdig dass hier offensichtlich Personen/Gruppen der Braunschweiger Fanszene ins rechte Milieu gedrängt werden, ohne genau zu schauen auf welcher Seite sie zum entsprechenden Zeitpunkt tatsächlich stehen.

Daltons Braunschweig im März 2015

FanRat zur “HoGeSa”-Thematik

Gestern veröffentlichte unsere Fanbetreuung via Facebook eine Stellungnahme zur geplanten “HoGeSa”-Demo an diesem Wochenende in Hannover:

Liebe EINTRACHTFANS,

heute möchten wir uns in einer ernsten Angelegenheit an Euch wenden!

Möglicherweise findet am kommenden Sonnabend, dem 15. November eine sogenannte HoGeSa-Demonstration in Hannover statt. An alle Fans unserer Eintracht, die mit dem Gedanken spielen, zu dieser oder einer zukünftigen Aktion zu fahren, möchten wir folgenden Appell richten:

Bitte fahrt nicht dorthin, bitte nehmt nicht an dieser Demo teil! Damit geratet ihr zum einen in das Visier des Staatsschutzes und der Polizei. Außerdem ist das Risiko, in Straftaten verwickelt zu werden, sehr hoch. Zum anderen müsst ihr damit rechnen, dass antifaschistische Gruppen die Demo vor Ort genau beobachten, euch dem rechten Spektrum zuordnen und eure Fotos in diesem Zusammenhang in der Öffentlichkeit auftauchen.

Aber nicht nur ihr, sondern auch das positive Image unserer Fanszene und unseres Vereins insgesamt würde in Gefahr geraten, wenn sich herausstellen würde, dass sich unter den Teilnehmern auch Braunschweiger Fans befinden.

Daher bitten wir euch von ganzen Herzen:
Bleibt unserem Grundsatz treu, dass Intoleranz, Diskriminierung und Rassismus keine Chance bei uns haben. Lasst euch nicht von irgendwelchen rechtsextremistischen Rattenfängern für ihre Zwecke instrumentalisieren und missbrauchen. Widersteht diesem billigen Versuch, rechte Gewalt zu unterstützen, die im Tarnmantel einer guten Sache daherkommt.

Bitte vergesst nie unser Motto: Eintracht in Vielfalt!

Danke und herzliche Grüße
Eure Fanbetreuung

Dazu sei von uns als FanRat gesagt: Sollte eine Demonstration regulär angemeldet sein, werden wir sicher niemandem sein per Grundgesetz garantiertes Recht auf Demonstrationsfreiheit absprechen. Im Moment sieht es jedoch so aus, dass die besagte Demonstration ohnehin abgesagt wird. Sollte sie doch stattfinden, dann bitten wir mögliche Teilnehmer aus Braunschweig eines zu bedenken: Bei der “HoGeSa”-Auftaktdemo in Köln waren nach gesicherten Informationen rund 30 Braunschweiger anwesend. Dabei handelte es sich um keine Personen der Eintracht-Fanszene, sondern um bekennende Rechte um das “Aktionsbündnis38″. Eben jenes Bündnis, das die Eintracht-Fans vor nicht einmal einem Jahr entschlossen und erfolgreich beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund aus Block 8 vertrieben haben, da man derart gesinnte Personen nicht in seinen Reihen duldet. Wer nun also zu einer solchen “HoGeSa”-Demo geht, geht damit einen komplett gegensätzlichen Weg und unterstützt eben jene Personen, gegen di e sich d ie Fanszene so vehement zur Wehr gesetzt hat und sich jederzeit wieder setzen wird. Jeder sollte sich im Klaren sein, dass er sich damit in unserer Eintracht-Familie keine Freunde machen wird, solche Umtriebe haben hier nichts verloren.

Euer FanRat Braunschweig

In Eintracht gegen Red Bull

Der 13. September wird kein schöner Tag sein, das steht schon jetzt fest. Denn ganz egal, wie unsere Eintracht an jenem Samstag im Leipziger Zentralstadion gegen “Rasenballsport” Leipzig spielen wird – dass wir überhaupt zu einem Pflichtspiel gegen das Farmteam von Red Bulls Gnaden antreten müssen, ist eine Schande für den deutschen Fußball. Dass sowohl DFB, als auch DFL trotz aller Lippenbekenntnisse für das Wahren von Tradition in der Bundesliga den Leipzigern eine Lizenz erteilt haben, ist ungeheuerlich – aber leider nicht mehr zu ändern.

Gleichwohl können wir Fans – im Gegensatz zu den Funktionären in Frankfurt – eine klare Linie verfolgen. Wir können unser mindestmögliche Machen – und Red Bull damit das zukommen lassen, was sie verdienen: NICHTS! Keine Aufmerksamkeit und nicht einen Cent an Eintrittsgeldern.

RB Leipzig ist nichts weiter als ein Marketinginstrument einer Österreichischen Brausefirma, die das Ziel verfolgt, ihr Produkt bestmöglich zu platzieren und zu vermarkten. Sie treten die Werte, die wir als Fans eines Traditionsvereins im Herzen tragen, mit Füßen. Es grenzt schon an Häme, dass dieser „Verein“, allein aus einem Firmenkapital entstanden, seit Jahren in den deutschen Ligen nach oben marschiert, während viele Traditionsvereine nach wie vor um ihre Existenz bangen müssen. Des Weiteren ist Kritik und die freie Meinungsäußerung nicht gewünscht, sodass Choreos, Spruchbänder oder T-Shirts mit kommerzkritischen Inhalten verboten sind bzw. ausgezogen werden müssen.

Da wir trotzdem mit möglichst vielen blau-gelbem Anhängern zusammen das Spiel verfolgen und unsere Mannschaft aus der Ferne unterstützen möchten, bitten wir den Verein um folgendes:

Initiiert am 13. September ein großes gemeinsames Fußballgucken im Eintracht-Stadion! Lasst uns das Auswärtsspiel bei RB Leipzig im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Heimspiel machen und damit zugleich ein Zeichen für den gerade hier in Braunschweig so wichtigen Traditionserhalt setzen! Wir würden ein rauschendes Fest im Stadion erleben und zugleich zeigen, dass Braunschweig eben anders ist. Kreativ, aber mit klaren Idealen! Wir sind uns sicher, dass tausende Fans diesem Aufruf folgen werden und sicher auch bereit wären, hierfür zu spenden oder sich anderweitig zu engagieren. Eine solche Aktion würde den Verein und die Anhänger mit Sicherheit weiter zusammenschweißen!

LASST UNS GEMEINSAM EIN ZEICHEN SETZEN – NEIN ZU RED BULL!

Unterstützer:
Cattiva Brunsviga
Mentalita Ultrà 381
Assalto Comando
Rabauken Braunschweig
Boys Braunschweig
Daltons Braunschweig
Les Autres
Gruppe Wilder Pfeiler
Alte Kameraden Braunschweig
Wild Bunch
Arrogant und Geisteskrank
FanKlub Unterste Schublade
Exzess Boys
Altstadtlöwen
Liontology Braunschweig
Legendäre Löwen
Eintracht Fan-Club Stöckheim
Eintracht Hoch 5
Löwensöhne
Braunschweiger Elche
The Ramonas
Jägi-Jungs
IseLöwen
Weser-Ems-Connection
Fanklub Unter Aller Sau
BTSV Fans Harz
The Wanderers
Division 38
Legion 67

… und viele Einzelfans

FanRat-Appell zum Derby

Am Sonntag ist es dann also soweit: Das Rückspielderby kommt nach Braunschweig und damit sicher das wohl brisanteste Spiel seit Jahren an die Hamburger Straße. Ein Spiel, bei dem es nicht nur sportlich um sehr viel geht – es geht auch um das Ansehen unseres Vereins, unserer Fanszene und damit von uns allen. Und daher bitten wir euch alle, die nachfolgenden Zeilen aufmerksam zu lesen.

Der FanRat Braunschweig ist sich der Brisanz des Derbys absolut bewusst und wir wollen daher definitiv den Gesamtkontext nicht verharmlosen. Wir wissen, dass dieses Spiel mit anderen Maßstäben bemessen werden muss, als es bei normalen Punktspielen der Fall ist. Und wir wollen auch niemandem verbieten, gerade bei diesem Spiel seine Emotionen und auch seine Rivalitäten auszuleben. Das gehört unserer Meinung nach zum Fußball dazu.

Gleichwohl appellieren wir an alle Institutionen, die mit diesem Derby in Verbindung kommen, an die gemeinsame Vernunft:

  • Wir appellieren an die Eintracht-Fans, einen Maßstab zu finden, der dem Charakter des Derbys gerecht wird. Niemand kann verhindern oder gar ausschließen, dass es auch im Rahmen dieses Spiels zu Verfehlungen oder Straftaten einzelner Fans kommen kann, so ehrlich muss man sein. Jedem Beteiligten sollte aber klar sein, dass es Grenzen gibt, die zwischen derbybezogenen Emotionen und einem langfristigem Schaden für Verein und Fanszene gezogen werden müssen. Werden diese Grenzen überschritten, betrifft das alle Fans und wird zwangsläufig zu unschönen Konsequenzen führen (müssen). Und das will keiner!
  • Wir appellieren daher aber auch an beide Vereine, das Derby als das zu behandeln, was es ist: Ein Ausnahmespiel, eine Ausnahmesituation. Wir heißen Fehlverhalten keinesfalls pauschal gut, fordern aber auch, dass dieses in Relation zu den bisherigen Errungenschaften der Faninstitutionen gesetzt werden muss. Gute Ansätze der breiten Masse dürfen durch einzelne Hardliner nicht kaputtgemacht werden!
  • Wir appellieren folglich auch an die Verbände: Die jüngsten Strafen mit Blick auf das Hinspielderby standen und stehen in keinerlei Relation zu den Vorkommnissen vor Ort! Sie sind ein kontraproduktives Mittel, das die Situation für alle Beteiligten zusätzlich verschärft. Wer glaubt, mit Geldstrafen Emotionen eindämmen oder gar Probleme lösen zu können, der denkt naiv und realitätsfern. Wir hoffen daher, dass auch bei einem solchen Derby die Gesetzmäßigkeiten und Relationen der Sportgerichtsbarkeit gewahrt bleiben.
  • Wir appellieren nicht zuletzt deshalb auch an die Medien: Jedes Derby hat seine eigene Musik und den Tonfall dazu liefert auch die “vierte Gewalt im Staat” – die Presse. Wir fordern einen sachlichen und objektiven Umgang mit dem Spiel und verbitten uns Sensationsjournalismus auf dem Rücken der Fans. Jedem Journalisten sollte bewusst sein, dass auch seine Berichterstattung dafür verantwortlich ist, wie das Derby am Ende bundesweit aufgenommen wird und welche Konsequenzen es (nicht) haben wird.
  • Wir appellieren logischer Weise auch an die Polizei und alle weiteren Sicherheitsinstitutionen: Bei einem Derby stehen gerade die Fans unter einer erhöhten Anspannung, Emotionen werden übernatürlich stark zum Tragen kommen. Es gilt, dieser Tatsache mit der nötigen Ruhe, Professionalität und Souveränität entgegen zu treten. Die Polizei muss helfen, wo sie gebraucht wird – ansonsten ist sie aber nicht der zentrale Akteur des Spieltags. So wie die Fans ihnen vertrauen sollen, so müssen sie auch uns vertrauen!
  • Nicht zuletzt appellieren wir aber natürlich an unsere Mannschaft und unsere sportliche Leitung! Das Derby ist und bleibt für die Fans das wichtigste Spiel der Saison, daher: Holt den verdammten Derbysieg in die Löwenstadt! Für die Fans, für den Verein und für unsere Stadt – und ja: Auch zum Ärger von Hannoi!

Euer FanRat Braunschweig