Arbeitsgruppe Traditionswappen

Mit Wiedereinführung des runden Wappens der Braunschweiger Eintracht wurde diese Arbeitsgruppe geschlossen, da das Ziel erreicht wurde.

Vorbemerkung

In der Historie der Eintracht gab es verschiedene runde Wappen. Hier gab es in der Vergangenheit sehr viele Lösungen, mal besser, mal schlechter. Auf das finale Ursprungswappen zu setzen, was die älteste aufzufindende Version darstellt, ist eine Möglichkeit, aber sie birgt das Risiko keine Lösung zu sein, weil es sich um eine Handskizze handelt, eine Zeichnung die die genauen Farben Blau und Gelb nicht rekonstruieren lässt, was die mögliche Akzeptanz der Fans und Zuschauer entziehen könnte. Auch ein rot/weißes rundes Wappen birgt Akzeptanzprobleme, wie es vor 1905 der Fall war, weil man sich in frühen Jahren eh hauptsächlich im Herzogtum aufhielt und als Botschafter der Stadt Braunschweig sah. Das ist heute in der Form nicht mehr so und verlangt daher andere Lösungen.

Im Laufe der Recherche und Beschäftigung mit diesem historischen Thema ist mittlerweile eines immer deutlicher geworden:
Das runde Wappen der Eintracht war immer ein Kind seiner Zeit! Es war immer dem Wandel unterzogen, wurde immer auch als Wappen des Groß- und Gesamtvereins gesehen, unter dem sich die Abteilungen durchaus auch eigene Wege in der Farbigkeit (z.B. rot/weiß und blau/gelb) und in den Wappen (Dreiecksschild, Normannenschild, Tartschenschild) vorbehielten. Damit ist klar, dass es bzgl. des Wappens innerhalb der Eintracht immer auch eine kulturelle Vielfalt gab, die aber nur ein Wappen unmissverständlich und unumstößlich als Großverein und als Bindeglied beibehielt: Das runde, blaugelbe Wappen mit dem roten Löwen im Dreiecksschild. Diese Tradition wurde historisch nur durch die Nazis unterbrochen, durch Jägermeister und zuletzt vor allem in der 3.Liga. Mit der Kommerzialisierung des Fußballs wurde der Löwe recht rüde durch den Hirsch ersetzt und in der folgenden Phase, die wir hier mal die „Große Depression“ nennen wollen, vor allem das Signet des 3.Liga Fußballs. Nicht nur sportlich ging in der Folge in vielen Abteilungen der Erfolg etwas verloren, sondern auch die Besinnung auf die eigenen historischen Werte. Das Ergebnis war ein tiefer Bruch, der unter einem Rauten-Logo erfolgte.

Die diskutable Lösung im Vorgehen, die wir daher einschlugen, war vorerst sämtliche Varianten zu sammeln die es bisher gab, soweit uns diese zugänglich waren. Dazu gehören unbedingt die ältesten Varianten, egal wie sie aussahen, aber auch alle anderen Darstellungen, die es zwischenzeitlich bisher gab.

Mal ganz davon abgesehen, dass es eh absolut interessant ist, wie sich das Wappen entwickelt hat, bleibt die jeweilige Variante doch auch immer ein Kind ihrer Zeit, der jeweiligen Art zu denken. Ja sie stellt in der Regel sogar einen politischen Akt dar, wenn Eintracht z.B. in rot/weißen Trikots als Verein und sportlicher Botschafter der Stadt im Freistaat auflief, oder in blau/gelben Trikots, wenn Eintracht außerhalb des Freistaats auflief, als sportlicher Botschafter des Freistaats Braunschweig. Hier sehen wir enormes, unerforschtes Brachland in der historischen Entwicklung unserer Eintracht.

Aus diesen Gründen sind wir gegenüber einer fundamentalistischen Haltung skeptisch, die da lauten könnte: Wir favorisieren nur die älteste Variante!

Besser wäre für unser Gefühl eine Haltung die da lautet:
Wir kennen nahezu alle Varianten, die aufzufinden sind und favorisieren daher diese oder jene Möglichkeit, weil sie der ältesten Idee am nächsten ist, oder die längste Zeit genutzt wurde. Weiterhin sind Entscheidungskriterien elementar, die in der Zielsetzung der Gestaltung und im Geiste der Gesamtidee folgen. Diese Kriterien müssen dann die wichtigsten Parameter vor der Entscheidung über persönlichen Präferenzen und vor allem „Geschmacksfragen“ sein.

Worum geht es uns bei der langen Vorrede?
Wir möchten klarmachen, dass wir vor einem tief greifenden Akt stehen, der eine Verantwortung aller Entscheider vor der eigenen Eintrachtgeschichte hat. Es geht eben nicht nur um „Geschmack“ und um „schöner finden“ es geht hier ganz zentral um unsere Tradition und unsere Geschichte. Wir wissen, dass das runde Wappen seit 1920 im Gebrauch ist und kennen eine Zeichnung in schwarzweiß. Es gab zu diesem Wappen es eine historische Entwicklung hin, aber auch davon weg. Es geht somit darum sich der eigenen Geschichte aktiv zu stellen, um aus ihr die Zukunft zu formen. Unser Appell ist daher uns untereinander um objektive Kriterien bemühen und uns nicht im trivialen Streit um Geschmacksfragen ergehen. Es geht um viel mehr!

Wir appellieren an alle:

  • Sich im ersten Schritt für alle historischen Varianten zu öffnen, um einen objektiven Überblick zu bekommen. Die Ergebnisse sind sehr interessant.
  • Im zweiten Schritt als Vereinsmitglieder und Fans eines historischen Clubs, bei einem Wappen die Wappenkunde, also die Heraldik als objektives Kriterium zuzulassen.
  • Im dritten Schritt die gelungensten, historischen und zeitgemäßen Varianten in der Diskussion (ab etwa 1920 bis 1932 und ab 1949) ebenfalls zuzulassen.
  • Schließlich den grafischen Aspekt nicht zu vernachlässigen, wie Wiedererkennbarkeit, Darstellung auf jedem farbigen Untergrund, Fernsicht und leichte Reproduzierbarkeit.

In der Folge möchten wir einige objektive Kriterien für ein Wappen vorstellen, die es gibt, damit wir ein Gefühl für die Lage bekommen und wissen worüber wir reden. Wir erheben auch keinen Anspruch auf totale Vollständigkeit und der Weisheit letzten Schluss. Aber zur Entstehung eines Wappens müssen wir schon in Grundzügen wissen, worüber wir reden und eine gewisse Grundahnung mitbringen. Das sind wir einer ernsthaften Diskussion und unserem ernsthaften Anliegen und den historischen Vereinsmitgliedern und Gründungsvätern schuldig. Ohne dieses Wissen lässt sich sonst zumindest ein Wappen nicht erklären.

Grundlagen eines Wappens

Heraldik ist ein Gestaltungsregularium, das es seit Jahrhunderten gibt und grundsätzlich keine individuellen “Geschmäcker” oder “Design-Ideen” ermöglicht oder zulässt. Es fußt auf einer Gesetzmäßigkeit. Ein “gefällt mir aber besser” gibt es in der Heraldik praktisch nicht oder nur in äußerst eng gesetzten Grenzen. Es ist ein sinnvolles Regelwerk, was im Mittelalter geschaffen wurde, um auch schlechten Gestaltern und Laien die Möglichkeit zu geben, selber ein Wappen zu gestalten, ohne ein gestalterisches Studium abzuschließen oder sich großartig die Farbenlehre anzueignen. Das aber erfordert eben die Berücksichtigung gewisser einfacher heraldischer (wappenkundlicher) Regeln, die damals alle Handwerker (Maler, Tischler, Holzschnitzer, Kupferstecher, Steinmetze, usw.) drauf
hatten.

Diese müssen auch wir in Grundzügen kennen, um im historischen Kontext mitreden zu können, wenn wir dieses Thema ernsthaft anfassen wollen. So werden Farben bei Wappen im Wesentlichen den Materialien, (Edel)Stein, (Edel)Metall und Pelz zugeordnet.

Entscheidend: Stein darf nicht auf/an Stein liegen, Metall nicht auf/an Metall, Pelz nicht auf/an Pelz. In der Folge nun die Materialien und farbigen Zuordnungen:

Heraldischer Aufbau eines Wappens

…am Beispiel von Eintracht

1. Objektives Kriterium

Metall (Gold und Silber, bzw. Gelb und Weiß)objektiveskriterium

Stein (Blau, Grün, Purpur)

Pelz (Schwarz, Grau, Braun, Rot)

Das sind die wichtigste Merkmale in den Farben, die keinesfalls zu brechen sind, bzw. nur dann, wenn es außergewöhnliche Gründe gibt. Der Einfachheit halber haben wir hier sehr klare Farben gewählt, die historischen Farben waren aber mangels damaliger Qualität in der Regel gedeckter, was die Wappen auch schöner machte.

2. Objektives Kriterium

Eine Besonderheit des Wappens der Eintracht ist, dass es einen Schild im Schild trägt, wofür uns spontan keine zwei Beispiele einfallen wollen. Die Basis des Wappens ist der runde Normannschild, wie er schon zu Zeiten der Römer, also vor 2000 Jahren im Wappen geführt wurde. Auf diesem liegen der gotische (mittelalterliche) Dreiecksschild und das Wappentier der Stadt Braunschweig. Der Schild setzt sich also heraldisch korrekt so zusammen:

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Beim Normannenschild, der ältesten Form der Schilde, liegt Stein (Blau) an Metall (Gelb). Das ist heraldisch korrekt.

3. Objektives Kriterium

Es macht Sinn, dem Schild außen eine Outline zu geben, um den Schild vom Untergrund zu trennen, wenn dieser dunkler ist oder gar demselben Farbton zuzuordnen ist, wie z.B. dem blauen Farbspektrum. Würde man diese weiße Outline weglassen, sähe der Normannenschild auf farbigen Untergründen immer schlecht aus.

Hier beispielhaft drei Darstellungen:

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Da in diesem Fall die weiße Outline (silber) am blauen Rand (Stein) liegt, ist sie auch heraldisch korrekt und beweist, wie logisch die Heraldik ist. Vor allen liegt das Wappen immer VOR dem Untergrund, was, wie man sieht, auch bei äußerst hässlichen Farbigkeiten das Wappen immer attraktiver erscheinen lässt. Somit ist die weiße Outline eine logische Pflicht.

Schilde haben in der Regel immer einen äußeren Rand. Der Normannenschild besitzt einen blauen Rand, der Dreiecksschild der Stadt, mit dem Löwen, einen roten Rand. So liegen beim Normannenschild Stein an Metall (blau/gelb) und beim Dreiecksschild Pelz an Metall (rot/weiß). Beide Schilde sind also heraldisch absolut korrekt.

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Zulässig wäre beim Stadtwappen auch ein schwarzer oder grauer Rand, was beim Stadtwappen auch öfter der Fall ist, weil diese beiden Farben ebenfalls für Pelze stehen. Auch diese Variante wäre korrekt und zulässig. Auch hier zeigt sich, wie logisch die Heraldik ist! Sogar eine Zeichnung mit Tinte auf Papier (schwarz/weiß) wäre dann heraldisch korrekt. Gestaltet man farbig, neigt man in der Heraldik, vor allem in der frühen Phase, immer dazu Löwenfell rot zu colorieren.

Bei beiden Wappen und Schilden handelt es sich also im gestalterischen Sinne, um sehr alte, historische Wappen- und Schildformen, was bei einer Stadt wie Braunschweig durchaus logisch und angemessen ist.

4. Objektives Kriterium

Aus einem Schild, der immer zweifarbig sein muss (Metall/Fell oder Metall/Stein), wird erst dann ein Wappen, wenn man ihn ein Wappentier tragen lässt:

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Der Unterschied zwischen einem Wappen und einem Logo

Wappentiere sind der heraldischen Logik folgend in der Regel immer in rot, schwarz, ein mittleres Grau (selten) oder braun getönt, eben weil diese Farben für Pelze stehen. Farbverläufe sind in Wappen unzulässig! Tragen Wappentiere hingegen andere Farben (bei Renault beispielsweise ist der Löwe silbern, also Metall und kein Fell), dann ist das heraldisch nicht korrekt. In dem Fall handelt es sich somit auch um kein Wappen, sondern um ein schlichtes Logo, auch wenn hier weiß auf blau liegt, was heraldisch richtig wäre, aber Fell ist nicht weiß in der Heraldik!

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So ist auch das Logo des VfL Wolfsburg zu interpretieren. Das stilisierte “W”, hat mit einem Wappen nichts zu tun, auch wenn es der Laie so interpretiert. Das “W” ist kein Wappentier. Es ist ein triviales Zeichen oder ein noch trivialerer Buchstabe in einem Kreis, wenn man objektiv ist. Ob alte Version oder neue Version ist dabei egal. Es ist ein Logo und kein Wappen.

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Damit ist auch der objektive grafisch/heraldische Beweis geführt, dass der VfL Wolfsburg eine reine Marke ist, die keinerlei historische Wurzeln hat. Egal ob mit neuem oder alten Logo. Beim Zeichen in Wolfsburg handelt es sich somit nicht um ein traditionelles, historisches Wappen mit tieferen Werten, sondern ganz eindeutig um ein triviales, neuzeitiges Logo in Reinkultur! Gleiches gilt übrigens auch für das Logo von Hannover 96, oder für Werder oder für den FC Magdeburg. Auch dort findet sich ein Logo auf dem Trikot. Wenn auch manche Gestaltungen einem Wappen ähneln, sind sie mit diesen nicht zu verwechseln.

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Der Vorteil eines Wappens gegenüber einem Logo

Eintracht Braunschweig besäße also im Vergleich zu diesen Nachbarvereinen nachweislich ein historisch und kulturell eindeutig höher anzusiedelndes Wappen als Alleinstellungsmerkmal, wenn Eintracht das runde Wappen für seine Markenidentität einsetzen würde.

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Zusammengesetzt müssen also die Schilde und das Wappen für Eintracht mindestens so aussehen, wie in der ersten Variante. Denkbar ist auch die zweite Variante, aber die innere, weiße Outline am blauen Rand ist heraldisch nicht notwendig, auch wenn grafisch die weiße Schrift durch die beiden Outlines gefälliger wirkt. Siehe dazu auch auf Seite 9 das Wappen von 1926. Puristen bevorzugen vermutlich die erste Variante, grafisch denkende Menschen wohl eher die zweite Variante. Grafisch und heraldisch ist beides ist nicht falsch, weil es sich um eine reine Outline handelt.

Unabhängig von detaillierten Gestaltungsfragen ist aber ganz eindeutig festzustellen, dass ein Wappen einen höheren historischen und traditionelleren Wert für einen Traditionsverein darstellt, als ein Logo. Das gilt insbesondere in dieser Region. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal und ein starkes Marketing-Instrument in der Hand von Eintracht Braunschweig. Siehe dazu Seite 20 und folgende.

Die Wappen in uns bekannter chronologischer Reihenfolge

Nachdem wir uns die Basis für die Bedeutung und den heraldisch-gestalterischen Gesamtrahmen gelegt haben und nun bewerten können, was ein Logo und was ein Wappen ist, ist es sinnvoll die bekannten Varianten des Wappens uns einmal näher anzuschauen und für uns ein wenig zu erklären. Von besonderem Interesse ist dabei, wie es zum runden Wappen gekommen ist.

Alte Fotografien dokumentieren schon in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg, dass Eintracht Braunschweig ein rundes Wappen (Normannenschild) mit schreitendem Löwen besaß.

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Ob wir die damaligen Fußballmannschaften oder Fans sehen, prinzipiell sind sie mit Standarten unterwegs, die ein blaugelbes Tuch besitzen und in der Mitte einen Normannschild mit rotem Löwen als Wappentier und einem roten Rand.

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Zur Zeit des FC Eintracht (nach Leppert, Bläsig und Grüne) jedoch, also um 1905, als man im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft stand, ist erstmalig ein silberner Schild im Normannenschild erkennbar, der an die runden Wappen der Jahre nach dem 1.Weltkrieg und Neuzeit erinnert:

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Dieses Wappen wurde laut Hardy Grüne von einer Anstecknadel abgezeichnet. Hardy Grüne bestätigt auch, dass es „definitiv ein offizielles Wappen gewesen“ sei. Er ergänzt, dass es dabei „vermutlich sogar das erste“ Wappen gewesen sein dürfte. Diese Aussage bestätigt auch unsere bisherigen Recherchen. Hardy Grüne bestätigt weiter, die von uns vermutete Farbigkeit des Wappens. Auffällig bleibt dabei, dass nicht nur der barockisierende Tartschenschild den Zeitgeist des Historismus zeigt, sondern, dass der Löwe sich sehr stark am schreitenden Löwen des städtischen Wappens des ausklingenden Historismus orientiert und sich auffällig der Gestaltung des Löwen auf der Medaille der städtischen Schützen nähert:

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Extrem auffällig sind die Ähnlichkeiten bei den Beinen und der Rute mit der Schützenmedaille und dem Kopf des Stadtlöwen. Interessant wäre es die Frage zu klären, ob das Wappen extra anlässlich der Finalrunde zur Deutschen Meisterschaft 1905 entworfen wurde, wovon wir momentan ausgehen.

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Erst nach dem 1.Weltkrieg und der Gründung des Freistaats Braunschweig, hält auch bei Eintracht die aufziehende, klassische Moderne Einzug. Das Wappen wird 1920 klarer und wird versachlicht. Aus dem ungelenk und dahingemalt wirkenden Löwen im Tartschenschild, wird ein lithographisches Objekt, der gotische Dreiecksschild taucht erstmals auf, das Wappen ähnelt stark dem uns geläufigen Wappen aus der 2.Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch diese Darstellung lag uns in der ersten Ausgabe nur in schwarz/weißer Farbigkeit vor:

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Entgegen unserer bisherigen Vermutung in der 1.Ausgabe ist nun die dritte Darstellung als gesichert zu interpretieren! Das Wappen von 1920 trug ursprünglich einen goldenen Schild! Diese Tatsache ist heute klar. Eindeutig ist auch, dass diesen Entwurf ein Fachmann durchgeführt hat, der sich in der Heraldik auskannte, gute malerische Fähigkeiten besaß und der Typografie mächtig war. Vermutlich hatte der Entwerfer die Werkkunstschule besucht, war Maler oder Lithograph.

Die Variante mit dem goldenen Dreiecks gab es nachweislich von 1920 bis 1938. Das bestätigt ebenfalls Hardy Grüne, der uns ein originales Wappen aus einem Sammelalbum der 20er Jahre (vermutlich 1926) präsentierte. Äußerst bemerkenswert dabei ist, dass das Wappen von 1920 in jedem Fall zwei Interpretationen zulässt! Einmal ohne Normannenschild, aber mit umlaufendem, blau hinterlegtem Panier und andererseits mit weißem Normannenschild und blau hinterlegtem Panier.

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Es ist also erkennbar, dass zumindest bei den älteren Darstellungen das Wappen durchbrochen erscheint, zumindest gilt das für die Wappen von 1926 und 1931. Dies bedeutet in dieser Darstellung nichts anderes, als dass es den Normannenschild zumindest von 1920 bis 1931 nicht immer gab, wenn überhaupt, sondern nur den goldenen Dreiecksschild mit rotem Löwen, an dem ein umlaufender Panier auf blauem Grund befestigt war.

Hier bestätigt sich somit auch nicht nur die bereits auf Seite 6 erwähnte Outline um den beschrifteten Ring (Panier) innen wie außen, den es auch in den verschiedenen Wappen der 70er Jahre gab. Da allerdings im Silber bzw. im Weiß. Es bestätigt sich sogar zusätzlich, dass bei unserem ursprünglichen Wappen diese beiden metallischen Ringe den Panier umlaufen, weil sie den Panier einfassen und am inneren Ring der goldene Dreiecksschild befestigt war. Diese beiden Ringe haben also eine objektive Funktion, zum Beispiel bei Anstecknadeln, und sind daher in der Gestaltung sogar eine Pflicht, wenn man sich dem historischen Wappen von 1920 seriös nähern will.

Beim Sammelbild von 1931 ist nicht nur diese offene Variante gut erkennbar, sondern zusätzlich wird sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass der rotweiße Farbklang der Stadt Braunschweig ebenso zu uns gehört, wie die blaugelbe Farbkombination! Nicht zufällig war unser Stadion bis in die 70er Jahre hinein vollkommen in roten und weißen Farben getaucht. Auf dem Sammelbild von 1938 erkennen wir vor dem Bild mit Pippin Lachner, eine geschlossene Variante. Auf einem weißen Normannenschild, mit blauem Rand befindet sich der goldene Dreiecksschild, mit rotem Löwen. Das lässt zwei Interpretationen zu: Entweder bestand spätestens ab 1938 wieder der Normannenschild oder es handelt sich hierbei um einen Fehldruck.

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Bemerkenswert bleibt jedoch, dass die Leichtathleten weiter den Tartschenschild für ihre Abteilung nutzten und sich in rotweiß kleideten, während die Fußballer immer einen Normannenschild trugen, trotz des runden, blaugelben Wappens mit den Dreiecksschild als Wappen des Großvereins.

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Um das Wappen ab 1920 noch einmal besser vor Augen geführt zu bekommen, habe wir es an dieser Stelle mit den heutigen technischen Möglichkeiten rekonstruiert und in seiner Plastizität dargestellt.

Von uns ist die Frage nicht endgültig zu beantworten, ob es nur diese „durchbrochene Variante“ gegeben hat, oder es zusätzlich noch die weiß hinterlegte Variante gab. Beispiele kann man für beide Varianten erbringen, wie wir sie oben belegt haben. Ob die weiß hinterlegten Varianten jedoch Fehlinterpretationen oder Fehldrucke sind, lässt sich zu diesem Zeitpunkt für uns nicht schlüssig belegen und damit abschließend beantworten. Wir bleiben daher bei der Aussage, dass beides möglich ist und zum gegebenen Zeitpunkt korrigiert werden kann.

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Rund blieb auch der Normannenschild der Standarte während der NS-Zeit. Einzige Änderung nach dem Verbot und der Gleichschaltung der Eintracht schien, dass der Löwe nun schwarz wurde (zumindest bei Aufmärschen) und die Fahne rot. Zumindest lassen schwarz/weiß Fotos diese Interpretation zu. So wurde die gewünschte schwarz/weiß/rote Farbigkeit der NSDAP-Fahne erreicht, die sich sonst mit dem Hakenkreuz belegt war..

Im Krieg scheint es noch eine andere runde Variante eines Wappens gegeben zu haben. Es scheint so, als wäre der Löwe komplett oder teilweise durch das Abzeichen des Deutscher Reichsbund für Leibesübungen (DRL) ersetzt worden:

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In der Zeit der Entnazifizierung stellte sich Eintracht wieder neu auf, war sie doch durch ihre starke bürgerliche Verankerung ein Teil des Naziregimes geworden. Das Wappen dieser Zeit spiegelt den damaligen politischen Zustand wieder. Die englische Besatzung bestand auf einem einzigen Braunschweiger Sportverein. In diesen wurden alle Vereine eingegliedert. Der Normannenschild ist
verloren gegangen, der blau/gelbe Hintergrund nicht mehr vorhanden. Der Löwe ist ein Schatten seiner selbst und der unförmige Schild nur noch ein trauriger Rand. Allerdings stellte Eintracht den größten Teil der Mitglieder und dominierte dann diesen „Verein“. Teilweise versuchte man auch zu putschen und intern die Fäden in die Hand zu bekommen. Dazu kamen noch schwerwiegende Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der Arbeitersportvereine vor dem Krieg, die es übrigens auch bei Eintracht gab und den Willfährigen, die sich recht schnell in den Dienst der Nazis stellten.

Erst nach 1949 gibt es wieder die Eintracht und dann erstmalig mit dem runden blau/gelben Normannenschild, unter dem gotischen Dreiecksschild, mit dem roten Löwen als Wappentier. Das Wappen von 1920 findet wieder zurück, allerdings in deutlich veränderter Form:

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Diese Variante des Wappens zeigt einerseits den enormen Verlust an heraldischem Wissen, aber spiegelt auch den Zeitgeist und die Moderne der 50er und 60er Jahre wieder. Wappen waren nicht mehr so wichtig. Zeichen, Anstecknadeln und Bekundungen jedweder Art wurde mit großer Skepsis begegnet. Übernommen und verbessert wurde der Löwe von 1949. Der Panier extrem reduziert. Der Dreiecksschild wurde der Schild der Stadt und nun silberfarbig, freilich mit schwerem heraldischen Fehler, weil fehlendem roten Rand. Der Raum zwischen dem Panier und dem Dreiecksschild wurde geschlossen und wieder zum Normannenschild. In Grundzügen erkennen wir die heutige Variante des runden Wappens in Struktur und Farbigkeit. Diese Variante des Wappens bestand mindestens bis 1965, wie das folgende Sammelbild von 1965 belegt.

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Auffällig an diesem Sammelbild ist die Ähnlichkeit zum Trikot von 1963. Ungeklärt ist für uns derzeit, ob es dieses Wappen schon vor dem Bundesligastart gab.

Mitte der 60er Jahre kann man erkennen, dass es Versuche gab, einen ganz anderen Löwen einzuführen, der sehr aufwändig war, bei gleichzeitiger Zurücknahme der aufwändigen Gestaltung des Normannenschilds. Dies ist gut nachvollziehbar, war doch das Wappen bis 1965 grafisch und heraldisch nicht der große Wurf.

Die bekannteste, puristischste Form dieses Wappens tragen vermutlich einige Meisterwimpel aus der Saison 1967/68.

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So zeigt sich gerade hier wieder, wie wichtig noch bis in die späten 60er Jahre hinein die rot/weißeFarbigkeit war, die gleichberechtigt neben der blau/gelben Farbigkeit stand. Nicht zufällig gab es damals die endgültige Entscheidung ob Eintracht zukünftig in blau/gelb oder rot/weiß spielen solle. Meistertrainer Helmuth Johannsen entschied zugunsten der blaugelben Farbigkeit.

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Neben der Frage der Farbigkeit ist erkennbar, dass es eine große Ähnlichkeit des Löwen mit dem Löwen des alten Landkreises und der Stadt Braunschweig (ab1920) während der Freistaatzeiten gibt. Hier wäre zu prüfen, ob das ein Zufall ist. Es ist durchaus denkbar, dass ab einem gewissen Punkt, die Eintracht sich nicht nur als Vertreter der Stadt, sondern auch des Landkreises Braunschweig sah und deshalb diesen Löwen wählte. Dass dann das Blau/Gelb des Braunschweiger Landes hinterlegt wurde ist jedenfalls kein Zufall und weist auf Eintracht als Vertreter dessen hin. Nicht umsonst wird Eintracht seit Jahrzehnten gerne als elitär bezeichnet, was ein Grund von vielen wäre.

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In den 50er, 60er und 70er Jahren gab es weitere verschiedene Varianten, in der Farbigkeit mit wechselndem Blau von Cyan nach Ultramarin und im Gelb von Zitronengelb bis Chromgelb.

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Auffällig ist, dass es „Verschlimmbesserungen“ des Wappens gab. Das lag zum einen sicher an der teilweise fehlenden grafischen und heraldischen Kompetenz, aber sicher auch an der damaligen zeitgeistlichen Skeptik an traditionellen Werten und historischer Kultur. Erkennbar ist aber in den 60er und 70er Jahren, dass man sich wieder dem Wappen von 1920 verbunden fühlte und wieder auf die Tradition setzte, auch wenn das nicht immer gut gelang.

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So bekam – vermutlich verfälschend durch mehrfache Kopiervorgänge – der Löwe den Kopf eines Greifs und die Mähne, die ursprünglich durch stilisierte Locken durchbrochen war, in ihrer Mitte ein „U“. Bemerkenswert ist aber, dass es eigentlich immer und durchgängig eine Gleichzeitigkeit verschiedener Wappen über die Jahrzehnte hinweg gab.

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Gerade in den 60ern und 70ern drängt sich der Eindruck auf, dass das Wappen nicht wirklich gepflegt wurde. Scheinbar nach Preis wurde entschieden, wie lange ein Grafiker oder Lithograph an einem Artikel sitzen durfte. Entsprechend fielen dann die Ergebnisse aus. Vermutlich wurde der Umgang mit dem Wappen auch vertrauensvoll in die Hände der produzierenden Druckereien gelegt. Entsprechend unterschiedlich fallen dann demzufolge die Ergebnisse aus.

Es erscheint logisch, dass dann in der Folge das Wappen nicht mehr gepflegt wurde, für einige Präsidien eine untergeordnete Rolle spielte, und dann Anfang der 70er die erste Katastrophe für die Identität unserer Eintracht ihren Lauf nahm.

Das Wappen weicht von der Brust – ein Logo kommt

Ab 1972, wo der Löwe von und der Hirsch auf die Brust ging, gibt es dann endgültig einen schluderigen Umgang und eine erschreckende phlegmatische Beziehung zu den eigenen traditionellen Werten und historischen Identität.

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Der anfangs gemachten Aussage, dass es sich um eine reine Trikotwerbung handele, folgte absehbar auch der Übertrag auf sämtliche Merchandising -Artikel. Die damaligen Auseinandersetzungen im Verein und in der Fan-Szene sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Vor „Kult“ konnte damals gar keine Rede sein als der Löwe durch den Hirsch ersetzt wurde, sonder eher von handfesten Auseinandersetzungen, die wir nicht unerwähnt lassen wollen.

Erkennbar war mit zunehmendem Druck seitens Günter Mast und Jägermeister, dass in der Tendenz das Gelb durch das Jägermeister-Orange ersetzt werden sollte (siehe auch Trainingsanzüge), um dann final die Umbenennung zum SV Jägermeister zu fordern. Weitere Einlassungen zu dieser Epoche mit dem Hirsch können wir uns an dieser Stelle ersparen. Nicht ersparen wollen wir uns, dass das runde Wappen von 1920 auch diese Phase überlebt hat.

Was jedoch passiert ist, mit der Änderung vom Löwen zum Hirsch, dass man erstmals ein Wappen durch ein Logo ersetzt hat. Von daher war die Hürde ein Logo durch ein weiteres Logo (Raute) zu ersetzen, sehr niedrig, was dann ein weiteres, diffuses Verhältnis zur eigenen Geschichte nach sich zog. Dieses Verhältnis äußert sich dann letztlich sehr deutlich darin, dass man sogar das historische Wappen als „Logo“ bezeichnet, was es natürlich nicht ist.

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Bemerkenswert ist jedoch wie über die Generationen hinweg sich das runde Wappen immer wieder gegen Versuche der zeitgeistlichen Änderungen durchsetzen konnte. Parallel zum schwarzen Löwen der Nazis, parallel zum Hubertushirsch der Jägermeister-Ära und parallel zur Raute war das runde Wappen beständig vorhanden. Damit ist der Beweis erbracht, dass das runde Wappen zu uns gehört wie der rote Löwe auf der Brust, die blaugelben Trikots, rotweiß als zweiter Farbklang und „Eintracht“ als Benennung des Vereins und neuerdings auch der Sport GmbH.

Man muss sich also schon der Frage stellen, ob es Sinn macht zu versuchen, weiterhin ein Wappen zu verdängen, das derart in den Herzen der Menschen verwurzelt ist.

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Damit ist unsere Dokumentation der historischen Entwicklung des runden Wappens der Braunschweiger Eintracht abgeschlossen. Wir haben uns auf die wichtigsten Beispiele beschränkt, ohne dabei zu sehr zu verkürzen. Wir haben die verschiedenen Wappen und den verschiedenen historischen Identitäten innerhalb des Vereins Rechnung getragen. Dabei haben wir festgestellt, dass es einerseits über die bald 120 jährige Geschichte einen sehr kompetenten Umgang mit dem Wappen gab, der an sich einen kulturellen Wert darstellt. Allerdings haben wir aber auch einen sehr rohen, traditionslosen und inkompetenten Umgang mit dem Wappen und den eigenen Werten bemerkt. Den historischen Überblick wollen wir nun noch mit einer Zeittafel im Gesamtüberblick abschließen.

100 Jahre rundes Wappen

Grafische Stärken und Schwächen der bisherigen runden Wappen

Wie wir bereits bemerkt haben, sind die die Wappen immer auch ein Kind ihrer Zeit. Der Löwe bspw. wurde besonders durch die Einflüsse seiner Zeit geprägt. Anfangs erkennt man den jugendlichen Enthusiasmus der Gründer im ausklingenden Historismus und der Gründerzeit. Er ist noch grafisch ungelenk und findet seine Vorbilder an zeitgemäßen Wappen der Stadt und anderer Vereine. Später, in den 20er Jahren, finden die aufziehende Moderne und der sachliche Umgang mit der Grafik Anklang. Der Löwe wird reduziert und ein professionelles, rundes Wappen findet seine Grundgestalt, die wir bis heute kennen. Wir haben es mit einer kulturhistorischen Leistung innerhalb des Vereins zu tun, der die verschiedenen runden Wappen hervorbrachte. Das ist sehr beachtlich!

Diese kulturhistorische Leistung gilt es zu würdigen. Sie stellt einen Wert an sich dar. Die Änderungen am runden Wappen sind vergleichbar mit einen Fachwerkhaus. Es altert in Würde, wird verändert und ist in der Lage, in jeder folgenden Stil-Epoche eine eigene, besondere Charakteristik und einen eigenen Charme zu besitzen.

Wir wollen nun in der Folge die aus unserer Sicht gelungensten Wappen vorstellen und dabei ihre Vor- und Nachteile darstellen.

Das runde Wappen der 20er Jahre
Positiv:

Heraldisch sehr korrekt gestaltet. Outline am Dreiecksschild! Die Darstellung der Mähne des Löwen und die gesamte Kopfpartie. Sehr gut auch die Darstellung der Pranken, die in dieser Form des Wappens nie wieder erreicht wurde.

objektiveskriterium
Negativ:

Die Darstellung der Rute, bzw. des Schweifs im Mittelteil, der eher einem entlaubten Ast eines Baumes im Winter ähnelt, als einem Schweif. Diese Darstellung finden wir allerdings auch an anderen Löwen-Darstellungen aus dieser Zeit.

objektiveskriterium

Das rotweiße Wappen der 60er Jahre
Positiv:

Der gesamte Löwe ist grafisch sehr gelungen. Er verbindet in seiner sehr diffizilen, durchgearbeiteten Form historische aber auch grafische Qualität. Eine kritische Diskussion über die Rute ist auch hier zulässig, die durch ihre schwarzen Zwischenstiche auf manchen etwas überladen wirkt.

objektiveskriterium

Das runde Wappen der 70er / 80er Jahre
Positiv:

Das von der heutigen Fan-Szene oft genutzte runde Wappen nimmt eindeutig Bezug auf das runde Wappen der 20er Jahre und steht eindeutig in der Wappen-Tradition des Vereins. Im Gegensatz zum rotweißen Wappen trägt es auch das Blau und das Gelb.

objektiveskriterium
Negativ:

Die Darstellung der Rute, bzw. des Schweifs im Mittelteil. Sehr ungelenke Darstellung der Pranken. Schwerer heraldischer Fehler, das Fehlen der roten Outline am Rande des Dreiecksschildes.

objektiveskriterium

Das Rauten-Logo der 80er Jahre
Positiv:

Die sachliche, reduzierte Gestaltung des Löwen.

objektiveskriterium
Negativ:

Keine Tradition des Vereins. Mit viel gutem Willen einem Frauenwappen aus dem französischen Kontext zu entlehnen. Hat daher keinen Bezug zu Norddeutschland. Spitze Formen wirken in der Grafik immer aggressiver und wenig positiv. Steht auf einer Spitze und wirkt grafisch daher „wackelig“.

Runde Formen des Löwen werden gegen spitze Formen der Outlines gestellt. Löwe trägt einen Verlauf in seiner Fläche. Weiße Zähne wirken etwas „hausbacken“. Rauten-Logo ist eine bewusste Trennung von der erfolgreichen Vergangenheit. Versucht wie eine Firma ein Image zu transportieren, funktioniert beim Fußball nicht so einfach.

Beweis: Das immer wieder verlangte runde Wappen, auch nach 25 Jahren Rauten-Logo.

objektiveskriterium

Ansprüche an ein zukünftiges rundes Wappen

Um es gleich vorweg zu sagen:

Vermutlich wird auch ein neues rundes Wappen ein Kind unserer Zeit. Das ist aber auch nicht negativ zu bewerten, sondern steht in der bisherigen Tradition der vereinseigenen Kultur im Umgang mit dem runden Wappen. Eine allein glücklich machende Wahrheit aus der Vergangenheit gibt es nicht, aber eine historische Verpflichtung unsere über hundert Jahre alten ideellen Werte zu schützen!

Um die Diskussion in eine neue Richtung zu bringen und in Anerkennung kritikwürdiger Punkte in den Gestaltungen der verschiedenen Wappen und des Logos, die ja objektiv bestehen, wollen wir der Einfachheit halber einige Hybridformen vorstellen, die die Diskussion in eine echte konstruktive Auseinandersetzung mit der Gestaltung bringen. Dies soll ein erster aktiver Schritt sein zu den eigenen Wurzeln zurückzukehren. Wir möchten, dass ein gutes, neues Wappen entwickelt wird, dass seinen historischen Bezug behält, schwächere Gestaltungsdetails der Vergangenheit aufarbeitet und korrigiert, aber ganz klar unsere Geschichte fest im Auge behält. Eine totale Neuentwicklung liegt uns daher fern. Wir möchten im Rahmen des historischen, runden Wappens bleiben, sind aber gerne bereit dort Korrekturen vorzunehmen, wo es augenscheinlich Sinn macht. Der Bezug zum runden Wappen von 1920 soll möglichst weit erhalten bleiben und nur das kann unser Ziel sein.

Hybridformen des runden Wappens

Hybridform 1 (20er und 60er Jahre)
Positiv:

Der Löwe hat eine gute Gestaltung. Er findet seine Urspünge im Stadt-Löwen und ist historisch abgesichert. Die Nähe zur Stadt und dem Braunschweiger Land wird durch ihn unterstrichen. Er hat eine sehr historische Anmutung. Das unterstreicht den Traditionsverein.

Negativ:

Die Form des Löwen benötigt eine sehr bauchige Form des Schildes. Der gelbe Grund wird daher sehr unterschiedlich bedeckt. Daher wirkt das Wappen letztlich etwas grundlastig und nicht ganz ausgewogen. Die Rute des Löwen ist etwas zu diffizil und feingliedrig, hervorgerufen durch die schwarzen Zwischenlinien. Der historische Löwe der Eintracht wird in keiner Weise berücksichtigt. An diesem Wappen müsste noch einiges verändert werden.

objektiveskriterium

Hybridform 2 (20er Jahre und Rautenlogo)
Positiv:

Der Löwe hat eine gute grafische Gestaltung an Pranken und Rute. Sie ist noch zeitgemäß und besitzt eine sehr klare Formensprache. Die Nähe zur Stadt wird durch ihn unterstrichen, durch seine starke Ähnlichkeit zum „Einbenz-Löwen“. Diese Hybridform kennt keine echten Verlierer zwischen Befürwortern des Rauten-Logos und des runden Wappen.

Negativ:

Diese Hybridform wirkt extrem reduziert, fast wie ein Verkehrsschild. Es hat eine beinahe kalte Anmutung und ist emotionslos. Der traditionelle und historische Charakter, den das runde Wappen fördern soll, geht leider zu einem großen Teil verloren. Die weißen Zähne wirken etwas hausbacken. An diesem Wappen müsste ebenfalls noch einiges verändert werden, um nicht derart kalt zu wirken.

objektiveskriterium

Hybridform 3 (60er Jahre und 70er Jahre)
Positiv:

Vermutlich die beste Lösung. Sie verbindet die positiven Merkmale der verschiedenen historischen Varianten des Wappens. Exemplarisch wurde die Rute des Löwen der 70er Jahre durch die Rute des Löwen der 60er Jahre ausgetauscht. Die Rute wurde jedoch in den Zwischenstrichen reduziert. Ebenfalls wurden die Pranken durch die des Löwen der 60er Jahre getauscht. Besser wäre aber unserer Meinung nach die Pranken der 20er Jahre zu übernehmen. Diskutabel ist eine schwarze Outline beim Löwen, ähnlich dem der 60er Jahre, wie sie hier angedeutet ist. Nicht diskutabel ist unserer Meinung nach die rote Outline am Schild, ihre Stärke in Abhängigkeit zum Schild hingegen schon.

Negativ:

Unserer Meinung nach eigentlich gar nichts, außer dass man im Grunde gleich den Löwen der 20er Jahre nehmen könnte, dessen Mähne etwas dichter gesetzt ist und dadurch gefälliger wirkt. Die Pranken wären gleich die grafisch besseren Pranken, wobei dann nur die Rute zu ändern wäre.

objektiveskriterium

Zielsetzung mit diesen 3 Beispielen war eine anschauliche Basis für die Zukunft gelegt haben, in der es nicht um ein Gegeneinander, sondern um die Suche in einem positiven Prozess miteinander geht.

Das historische Wappen, Marketing, Werbung und Identität

In der Folge stellen wir Thesen zur Disposition, an denen man sich reiben kann. Teilweise ist dies von uns gewollt, zumal die Arbeitsgruppe in Detailfragen durchaus sehr unterschiedliche Ansichten vertritt. Klar ist uns aber allen geworden, bei der Arbeit an diesen Thema, dass es am historischen, runden Wappen, aufgrund der enormen Fülle der triftigen Argumente, kaum noch ein Weg vorbei führen kann, weil sie geschichtlich, grafisch und heraldisch in der Summe sehr einleuchtend sind.

Tradition und historische Werte sind allerdings nur so lange beständig, wie sie in der Zukunft einen gesunden Unterbau für kommende Projekte darstellen werden. Eben das war in diesem Abschnitt für uns das zentrale Thema. Ganz nach dem Motto des Wilhelm von Humboldt: „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!“

Eintracht Braunschweig ist ein Traditionsverein.

Mit der Einführung eines eigenen offiziellen Wappens hat sich am 20. Februar 1920 Eintracht Braunschweig bewusst gegen ein Logo (Schalke 04, BVB, RWE usw.) und für ein Wappen entschieden. Man darf davon ausgehen, dass man sich im Freistaat als führenden Verein sah, der die blaugelben Farben vertrat und als führenden Verein der Stadt, der deshalb den roten Löwen auf silbernem Grund trägt. Beides zusammen zeigt, das schon damals vorhandene bürgerliche Selbstverständnis im Sportverein Eintracht und dem folgend, die sehr sauber gearbeitete heraldische Grafik und damit das schon damals vorhandene Verständnis für die historische Dimension.

Will dieser Verein in einem schwierigen regionalen Umfeld langfristig bestehen, kann nur diese Erkenntnis ein zentraler Dreh- und Angelpunkt als Basis all seiner Überlegungen sein, wenn er zukünftig mit absehbar weniger finanziellen Mitteln, und damit auf Sicht sportlich eingeschränkteren Möglichkeiten als seine Nachbarn, sein Existenzrecht ableiten und ausbauen will. Die traditionelle, historische Dimension ist der Eintracht in die Wiege gelegt! Eintracht Braunschweig verkörpert sie wie kaum ein zweiter Verein in dieser Form! Daraus folgt, dass sich dieser Verein äußerst penibel, pfleglich und sorgsam im Milieu der Tradition, Historie, geschichtlichen Ereignisse, Personen der Zeitgeschichte, historischen Errungenschaften und traditionellen Werten als Alleinstellungsmerkmale im Markenauftritt bewegen muss. Es ist DAS zentrale Unterscheidungsmerkmal in dieser Region!

Eintracht Braunschweig ist ein Kind dieser Stadt.

Eintracht ist Braunschweig, Braunschweig ist Eintracht. Braunschweig ist lebendige Geschichte, Eintracht ist lebendige Sportgeschichte. Braunschweig ist eine Sportstadt. Eintracht ist ein integraler Bestandteil dieser Stadt. Emotional, zeitgeschichtlich, verwurzelt, tradiert und alltagsbestimmend. Daraus folgt, dass die wichtigsten Insignien der Stadt ihren Widerhall im Auftritt des Vereins Eintracht Braunschweig finden müssen, um mit der allgemeinen Wahrnehmung deckungsgleich zu sein. Das gilt im besonderen Maße im Bezug zu den Wappen dieser Stadt, aber auch bei der Einbettung in formale, historische Rahmenbedingungen, wie die Heraldik und ganz wichtig: zusätzlich in die zwischenmenschlichen Bezüge. In diesen lebt der Verein und findet in ihnen seine enorme Stabilität auch in schlechten Zeiten.

Eintracht Braunschweig ist keine Mode.

Eintracht Braunschweig ist eine Festung in gesellschaftlichen Prozessen und Umwälzungen, die wir besonders in den letzten Jahren in Europa erleben. In vielen Familien ist Eintracht derart verwurzelt, wie ein eigenes Familienmitglied. Andererseits ist Eintracht für tausende der zentrale Punkt ihres Lebens außerhalb der Arbeit. Die Eintracht ist eine gute Freundin. Eine Diva, aber eine liebenswerte. Man möchte sie nicht wirklich ändern. Wenn doch, dann aber nicht mit einer kompletten Gesichtsamputation, sondern nur in der aufrichtigen Schönheit des gelebten Alters.

Daraus folgt, dass man Eintracht auch in Würde altern lassen kann, ohne dabei etwas zu vergeben. Eintracht ist wie eine alte Liebe und daher nicht für modische Aufhübschungen und seichte Unterhaltungs-Events geeignet, wie die Feststellung, dass aus Raiders auch schnell mal Twix werden kann. Die Außendarstellung muss eine klare, gewachsene, bekannte Linie halten. Das unterscheidet Eintracht elementar von Vereinen die keine Tradition haben! Man mag dies als hehre Worte abtun. Die Wahrheit ist, dass im Alltag der Menschen schwere Verwerfungen stattfinden können. Eine traditionelle Größe ist da ein ideeller Halteanker. Dieser Ankerpunkt kann Eintracht noch für viel mehr Menschen in Stadt und Umfeld werden. Deshalb ist es äußerst sinnvoll das Bild einer historischen Eintracht in den Herzen der Menschen zu verstetigen, indem man voll auf diese traditionellen Werte setzt und Eintracht als liebenswerten Anker der Menschen präsentiert und stärkt.

Traditionelle Werte liegen dazu derzeit sehr im Zeitgeist. Eintracht kann diesen Zeitgeist sofort und ohne Umschweife bedienen, ohne dabei große finanzielle Klimmzüge machen zu müssen. Die Basis
ist schon von alleine da. Sie muss nur bedient werden!

Eintracht Braunschweigs Rolle in der Fußballvermarktung.

In der Fußballvermarktung hat Eintracht Braunschweig zwischen dem Beginn der 70er Jahre und Mitte der 80er Jahre eine entscheidende Rolle gespielt. In der Regel wurde diese Rolle von außen dominiert. Man darf allerdings auch nicht vernachlässigen, dass eigene Willfährigkeit und Unerfahrenheit dem vorgenannten Ansinnen Tür und Tor öffnete.

Eine Vermarktung ist grundsätzlich nichts problematisches, so lange wie man seine eigene Identität wahrt und Herr im eigenen Haus bleibt. Leider war dies damals nicht immer Fall. So wurde in dieser Zeit das Wappen gleich zweimal ersetzt, letztmalig durch ein diskutables Logo in der Tenzer-Ära. Nun mag man hier in der Einschätzung, ob das gut war oder nicht, verschiedener Meinung sein. Identitätsstiftend war das jedenfalls nicht. Was heute klare markentechnische Bezüge erschwert.

Diese These lässt sich sehr gut daran einschätzen, indem man mal in Deutschland fragt, was die Menschen mit Eintracht verbinden. Nach der Stadt „Braunschweig“ kommt sofort „Jägermeister“. Nun ist aber Jägermeister kein Sponsor und Eintracht hat nichts davon. Eintracht wird also in zweiter Linie nicht in einer eigenen Identität wahrgenommen, sondern in der Identität mit Jägermeister. Diese Form der Identität macht es für uns enorm schwer überregionale Sponsoren zu finden, weil jede Marketingabteilung mit durchschnittlichen Profis erkennt, dass Eintracht noch immer eher eine Werbung für Jägermeister darstellt, als für den aktuellen Sponsor.

Daher ist es von zentraler Bedeutung Eintracht so gut es geht auf den Werten zu positionieren, die ebenfalls überregional wahrgenommen werden. Das kann nur über die Argumente „Mutterstadt der deutschen Fußballs“, „Gründungsmitglied des DFB“, „Norddeutsche Meisterschaft 1908 und 1913“, „Deutscher Meister“, „frühe Nationalspieler“, „Braunschweig als historische Stadt“ und „Kult-Club durch eine vielschichtige Geschichte“ gehen. Mehr hat Eintracht nicht. Aber das sind unbezahlbare Werte, die es konsequent zu nutzen gilt! Daher sind Trivialitäten für die eigene Image-Pflege reines Gift, weil sie die oben genannten nutzbaren Werte sofort konterkarieren. Somit ist es äußerst wichtig, gerade die historischen Symbole des Vereins zu fördern und wieder zu beleben und in den Fokus zu setzen.

Der Umbruch und der Bildersturm

Immer dann, wenn wirtschaftliche Konzepte scheitern, verlassen Fußballvereine oftmals wider besseren Wissens klare Linien. Groß ist dann der Wunsch das Bisherige abzuschütteln und dabei Traditionen und Errungenschaften gleich mit über Bord gehen zu lassen. Der Versuch und die Hoffnung wieder „bei Null“ zu beginnen, ging bei uns sogar mit einem Bildersturm und manchmal mit verheerenden Personalentscheidungen einher.

Der Bildersturm der Tenzer-Ära ist aus damaliger Sicht bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar, aus heutiger Sicht jedoch eine Tragödie! Dass der Hubertus-Hirsch, nach dem Ausstieg von Günter Mast und Jägermeister, von der Brust ging, war folgerichtig und logisch. Dass man aber Eintracht aus rein wirtschaftlich motivierten Marketing-Aspekten mit der Raute von sämtlicher Geschichte zu befreien versuchte, war im Nachhinein aus unserer Sicht ein schwerer ein Fehler.

Das 1987 gestaltete Logo mit offenen Reminiszenzen an die HSV-Raute, das Austauschen der eigenen Geschichte und Identität durch die eines anderen erfolgreichen Clubs, ist nur vor dem Hintergrund der absoluten Perspektivlosigkeit der 80er Jahre zu verstehen. Im Konzept eines geschliffenen CI, eines wohlüberlegten werblichen Auftritts, einer Markenpflege, eines Respekts vor den eigenen Errungenschaften der Vergangenheit, die nicht nur aus den 60ern und 70ern bestand, ist der Tausch vom Wappen zur Raute jedoch als absolut katastrophal zu bewerten.

Eintracht Braunschweig – Wappen oder Logo, Fußballverein oder Firma?

Dies ist zwar keine Neuigkeit auf die wir exklusiven Anspruch erheben, aber auch wenn dies allen klar ist, wird das Wappen des Fußballvereins faktisch nicht so behandelt, wie das Logo einer Firma. Eben hier liegt ein grundlegendes Verständnisproblem, was einen erheblichen Teil des problematischen „Aneinandervorbeiredens“ in der Diskussion ausmacht!

Seit Jahren wird hier von „Logos“ gesprochen. Tatsächlich sprechen wir faktisch jedoch einerseits vom Wappen (rund) und vom Logo (rautiert). Gleichwohl werden beide als Logo bezeichnet, was sie aber nicht beide sind.

Um es transparent zu machen was wir meinen, haben wir hier das Wappen von Braunschweig und das Logo Peugeot verglichen. Beide haben schreitende Löwen. Allerdings hat Braunschweig einen heraldischen Gesamtrahmen (roter Löwe [Pelz] auf silbernem Grund [Metall] in einem Schild), den das Peugeot-Logo nicht besitzt, denn dort gibt es keinen Schild und der Löwe besitzt keinen Pelz, sondern wurde schon immer als Metall oder Stein (entweder blau oder silbern) dargestellt. Auch wenn es sich wie in diesem Fall um zwei Löwen handelt, die zudem auch noch optisch ähnlich sind, so handelt es sich am Ende doch um zwei total verschiedene Konzepte und Inhalte, die nicht mal im Ansatz vergleichbar sind.

Leider wird das aber zwischen Logo und Wappen bei uns ständig getan, was niemals zielführend sein kann! Ein Relaunch eines Logos ist beinahe immer möglich, wenn es dem Zeitgeist folgen soll, was aus Vermarktungsgründen einer Firma immer denkbar sein kann. Dies allerdings ist immer ein kitzliger Facelift einer Firma. Dieser kann dort übrigens genauso schief gehen, wie bei einer Schönheitsoperation.

Hat man es allerdings mit einem Wappen zu tun, dann sind die Möglichkeiten noch beschränkter und eine Millimeter-Operation am offenen Herzen. Hier muss man sich vorher immer ganz genau klar darüber sein, was man tut! Denn schlimmstenfalls passiert das, was wir jetzt haben: Man hat einerseits ein Wappen und zusätzlich ein Logo. Im Sinne des Marketings äußerst unklar und damit nicht wirklich zielführend.

Identitätsstiftend ist die jetzige Situation in gar keinem Fall! Wir müssen – besonders jetzt nach dem Aufstieg – für uns den klaren Weg finden. Will man eine hochmoderne Firma mit einem hochmodernen, aufpolierten Logo sein – dann allerdings ist auch die Raute designerisch dringend zu bearbeiten. Oder will man die Identität eines Traditionsvereins mit traditionellem, heraldischem Wappen, an dem man nichts oder zumindest nicht viel ändern braucht und sich vor allem nicht verbiegen muss. Wer bis zum diesem Punkt der Meinung war, dass nur die Identität Verein (der ja auch modern sein kann) zu uns passt, im Gegensatz zum VfL Wolfsburg als Abteilung und integrierter Teil einer Firma, ja eines Automobilherstellers, wird sich mit uns für das Wappen entscheiden, selbst wenn er das Logo „schöner“ findet. Hat Eintracht das Prädikat wertvoll, haben andere das Prädikat erfolgreich. Beide Prädikate sagen bei näherer Betrachtung viel aus.

Der Bildersturm, die bleierne Zeit und die Konsequenzen

Zu keinem Zeitpunkt konnte sich die Raute wirklich durchsetzen. Zwar war man anfänglich bereit den Bildersturm zu wagen und damit in der Symbolik den Aufbruch zu verdeutlichen, letztlich musste aber der Erfolg aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dauerhaft ausbleiben und so steht die Raute faktisch nicht mehr für den erhofften Aufbruch, sondern für den dauerhaften Niedergang und das Verwalten des Niedergangs und der Durchschnittlichkeit in der 3.Liga! Wohl mit Unterbrechungen, aber immerhin jetzt seit 24 Jahren.

Vor dem Hintergrund dieses Ergebnisses gibt es nun aktuell ein Wappen für die historischen Zeiten des Erfolgs und ein Logo für die gerade hinter uns liegenden Zeiten des Misserfolgs. Das Wappen steht ausnahmslos für die erfolgreiche Zeit von 1920 bis etwa 1972. Trotz Hubertus- Hirsch und Rauten-Logo ist es uns daher faktisch bis heute erhalten geblieben und immer wieder gefordert. Damit wurde der objektive, alltägliche Beweis geführt, dass es elementar zu uns gehört. Das Logo steht für die 3.Liga-Phase, der Zeit des Stillstands. Diese Phase, diese Zeit soll beendet werden. Wir haben uns schon auf den Weg gemacht. Dies sollten wir nun auch in unseren Symbolen und unserer Identität tun. Zurück zu unseren Wurzeln – Aufbruch in eine neue, erfolgreichere Ära!

Arbeitsgruppe „Rundes Wappen“

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